Produktion und IT verschmelzen Netzwerk-Monitoring für Industrie 4.0

Nicht nur Industrieanlagen sind einem Wandel unterworfen, auch das Netzwerk-Monitoring kann mittlerweile Generationswechsel verzeichnen.
Nicht nur Industrieanlagen sind einem Wandel unterworfen, auch das Netzwerk-Monitoring kann mittlerweile Generationswechsel verzeichnen.

Getrieben durch die globale Vernetzung, verschmelzen reale und virtuelle Welt immer mehr zu einem Internet der Dinge. Bislang »sprechen« die Teilsysteme aber völlig verschiedene Sprachen. Netzwerk-Monitoring kann die Kommunikationswege sichern und IT und Produktion zusammenführen.

Eine Revolution wirft ihre Schatten voraus: Mit Industrie 4.0 brechen für Fertigungsbetriebe neue Zeiten an, in denen Maschinen ihre Ersatzteile selbst bestellen, mit anderen Maschinen korrespondieren oder eigenständig wissen, in welcher Farbe Teile zu lackieren sind, und mehr. Doch wie immer, wenn zwei Welten aufeinander treffen, ist eins von elementarer Bedeutung: die Kommunikation. Bislang sind die klassische IT und Maschinensysteme jedoch völlig verschiedene Welten.

Ausfälle im Maschinenpark sind nicht selten. Dabei ähneln sich oft die Abläufe in Fertigungsbetrieben bei einem solchen Vorfall: Während des Produktionsvorgangs fällt plötzlich eine Maschine aus. Eine Rundumleuchte auf der Maschine leuchtet und meldet damit den Ausfall. Um zu sehen, was nicht stimmt, muss ein Verantwortlicher vor Ort eine Analyse durchführen. Gegebenenfalls kann er das Problem direkt lösen; andernfalls ist er dazu gezwungen, die Produktionskette komplett anzuhalten und den Fehler zu beheben. Wird die Warnlampe zu spät bemerkt oder sind keine Ersatzteile auf Lager, kann es zu herben Zeitverlusten und Produktionsausfällen kommen. Unter dieser Vorgehensweise leiden Effizienz und Wirtschaftlichkeit.

Die angestrebte intelligente Produktion der Industrie 4.0 soll genau dies vermeiden und optimierte Produktivität sicherstellen. Übertragen auf das vorherige Beispiel würde das bedeuten, dass die Maschine sich selbst permanent überwacht. Stellt sie fest, dass ein Bauteil demnächst ersetzt werden muss, bestellt sie es selbsttätig nach und informiert die Belegschaft darüber. Damit ist das Personal in der Produktion bereits vorgewarnt und kann präventiv agieren, bevor es zu Ausfällen kommt. Hinzu kommt, dass diese Art der Produktion neue Möglichkeiten in Bezug auf individualisierte Herstellung mit sich bringt: Spezialisten von Roland Berger Strategy Consultants zufolge lässt sich die Serienfertigung von Einzelstücken mit gleichzeitiger Produktionssteigerung von rund 30 % vereinen. Parallel lassen sich die Lagerhaltungskosten senken, da Ersatzteile nicht mehr auf Verdacht bestellt und gelagert werden müssen.

Voraussetzung dafür ist allerdings die Aufhebung der Trennung zwischen IT und Produktion, sodass Maschinen mit ihrer Umgebung kommunizieren und die ITK-Systeme ebenso mit ihnen sprechen können, alles wiederum eingebettet in eine Verbindung mit dem Internet. Wenn Maschinen kommunizieren, tun sie dies bisher über eigene Systeme in ihrer eigenen Sprache. Die Herausforderung besteht darin, die Maschinensprache in IT-Protokolle zu übersetzen, um eine Verknüpfung zu realisieren. Noch hat die Produktion meist weder direkten Zugriff auf das Internet, noch ist sie an die klassische Buchhaltung oder Warenwirtschaftssysteme gekoppelt. Dies ist aber notwendig, wenn Maschinen selbstständig Ersatzteile bestellen können sollen.