M&T-Forum Knifflige Schnittstellen-Updates

Markus Mahl, Data Modul: »HDBaseT ist von der Anwenderseite getrieben, auf der Herstellerseite ist es noch sehr dünn gesät und teuer.«
Markus Mahl, Data Modul: »HDBaseT ist von der Anwenderseite getrieben, auf der Herstellerseite ist es noch sehr dünn gesät und teuer.«

Die nächste Generation beliebter Hochgeschwindigkeits-Interfaces stellt die Hersteller von Embedded-Boards vor neue Herausforderungen - höhere Kosten, neue Formfaktoren und ein sorgfältigeres Datenblattstudium werden die Folge.

Neue Schnittstellen wie »HDBaseT«, »USB Typ C« und »PCI Express 4.0« haben ihren Reiz für die Anwender von Embedded-Computing-Technik – allerdings nicht in allen Branchen gleichmäßig. »HDBaseT ist von der Anwenderseite getrieben, wie dem Bereich der Medizintechnik«, erklärt Markus Mahl, Head of Product Marketing Embedded von Data Modul. »Aber auf der Herstellerseite ist es noch sehr dünn gesät und teuer«. Es erlaubt aber den Kunden ihre Systeme »aufzuräumen« und von zahlreichen Kabelverbindungen zu befreien: HDBaseT ermöglicht die Übertragung von Daten- und Steuersignalen über ein LAN-Kabel (CAT5e/6), darunter unkomprimiertes UltraHD-4K-Video, Audio, USB, Ethernet (100BaseT), weitere Steuersignale und Strom (bis 100 m bei 100 W). Damit vereinfacht HDBaseT die Verkabelung und beschleunigt die Einführung von hoch auflösender Konnektivität, wie sie auch in der Fabrik der Zukunft nötig ist. Die wirtschaftliche LAN-Infrastruktur mit gleichzeitiger Stromübertragung erleichtert dabei die Installation und senkt die Kosten. In einigen Anwendungen wird HDBaseT allerdings in Konkurrenz zu USB Typ C treten müssen – der Vorteil für HDBaseT ist dabei die große installierte Basis an CAT5e/6-Verkabelungen und die höhere Reichweite.

»HDBaseT sehen wir bei uns im Haus nicht so stark, weil unser Fokus mehr auf dem Bereich der Panel-PCs liegt, und so alles in einem Gerät integriert ist«, erklärt Christian Blersch, Geschäftsführer von E.E.P.D. und EMTrust. »Wo wir Nachfrage sehen, ist eher im USB-Typ-C-Bereich. Dieser macht aber effektiv Probleme beim Systemdesign.« Die Ursache ist die neu hinzugekommen Fähigkeit von USB Typ C, pro Port bis zu 100 W den angeschlossenen Geräten zur Verfügung zu stellen. »Wenn ich zwei oder drei Typ-C-Sockel habe, dann habe ich eine Verlustleitung – selbst bei 95 Prozent Wirkungsgrad im Netzteil – die größer ist, als die des PCs selber.« Ein Low-Power-Design mit Atom habe beispielsweise 5 W Verlustleistung, 300 W Speiseleistung (mit 95 Prozent Wirkungsgrad) hingegen 15 W. »Im Systembereich haben wir deshalb etwas Kopfschmerzen, wie man das bei den kleinen Embedded Systemen darstellen kann, denn es läuft dem Low-Power-Grundkonzept komplett entgegen«, betont Blersch. »Bei einem Quad-Core-i7-Prozessor mit 60 W ist das aber ok.«