M&T-Forum IoT - eine Frage der Zusammenarbeit

Die Markt&Technik-Forumsdiskussion zum Thema »Industriecomputer und Embedded Systeme«.
Die Markt&Technik-Forumsdiskussion zum Thema »Industriecomputer und Embedded Systeme«.

Das Internet der Dinge (IoT) ist in aller Munde, aber jeder meint etwas anderes. Die Experten des Markt&Technik-Forums »Industriecomputer und Embedded Systeme« sehen die Chancen und setzen auf Zusammenarbeit des Mittelstandes.

Das Thema IoT beschäftigt die Embedded-Computing-Branche schon lange, auch wenn sie nicht die verbalen Initiatoren dieses Trends sind. »Als der Hype aufkam, gab es plötzlich viele IoT-Devices – wir nennen das nach wie vor Embedded- und Panel-PC«, erklärt Albin Markwardt, Geschäftsführer von Comp-Mall. »Ein flächendeckendes Verständnis für IoT ist bei unseren Kunden noch nicht vorhanden. Es ist daher für uns eine Chance und wir müssen Netzwerken.« 

Die Anbieter von Embedded-Computer-Technik fanden sich, am Beginn des IoT-Trends, relativ unvermittelt in der Mitte zwischen zwei großen Techniklagern, die bislang eigentlich nichts miteinander zu tun hatten – und beide wollen sie nun in die Pflicht nehmen. »Kunden die aus den Bereichen Sensorik und Messautomatisierung kommen, stellen unheimlich spezifische Anfragen, wie sie einen Sensor beziehungsweise ein Signal dem Intra- oder Internet zur Verfügung stellen können«, berichtet Klaus Rottmayr, Geschäftsführer von ICP Deutschland. »Auf der anderen Seite ist die Unternehmens-IT mit Big Data – also die komplette Bandbreite der Anwendungsmöglichkeiten der wir uns stellen müssen.«

Diese Vielfältigkeit entschlüpft bislang erfolgreich jedem Definitionsversuch. »Jeder muss eigentlich bei IoT etwas anderes verstehen, denn es handelt sich schließlich um eine Vision«, betont Martin Steger, Geschäftsführer von ies GmbH & co. KG. »Es ist wie in den Achtzigern mit der Aussage ‚jedem Haushalt ein PC‘. Zur Visualisierung wurden Familienväter vor einem PC abgebildet, die auf Charts schauten. So saß aber nie ein Familienvater vor dem PC - 20 Jahre später hatte aber jeder Haushalt einen PC.« Mit IoT verhalte es sich heute genauso. Dieses Riesengebilde kann man nur bewältigen, in dem man sich als Anbieter stärker spezialisiert und Netzwerke bildet, in denen die jeweiligen Spezialisten gut aufgestellt sind. »Als Hersteller muss man selber definieren, welche Wertschöpfung man für sich selbst im IoT-Geschäft kreieren will, und danach richtet es sich, welches Produktportfolio man seinen Kunden anbieten möchte«, bestätigt Dirk Finstel, CEO EMEA von Adlink Technology. »Ich denke so findet jeder sein Stück vom Kuchen. Ein breitbandiger Ansatz ist für eine Firma wie Adlink überhaupt nicht ratsam, sondern IoT ist Team-Play.«

Dabei gilt es den Kunden nicht aus den Augen zu verlieren, rät Wolfgang Eisenbarth, Director Communications von MSC Technologies: »Wir haben sicher auch noch einen gewissen Lernprozess vor uns, um zu erkennen, was unsere Kunden unter IoT verstehen und welche Anforderungen sie haben. Im Moment lernen wir noch mehr von unseren Kunden, als dass wir einfach IoT-Systeme auf den Markt bringen, die eine imaginäre Funktion haben, aber im Einsatz bei den Kunden die Erwartungen nicht erfüllen.«

So unterschiedlich die Bedürfnisse der einzelnen Kunden auch sind, ein entscheidender IoT-Trend steht bereits fest. »Das Thema Security ist der Schlüssel für die Zukunft«, betont Wolfgang Heinz-Fischer, Leiter Marketing und PR der TQ-Gruppe. »Die Daten- und Zugriffssicherheit ist entscheidend bei allen Systemen, die im Bereich der Switches liegen, wie beispielsweise Daten-Kollektoren – und dies gilt sowohl für die Hard- als auch Software.« Den Embedded-Computing-Anbietern kommt damit eine besondere Rolle zu, ist sich Norbert Hauser, Vice President Head of Business Line Industrial Automation von Kontron, sicher: »Mit unseren Embedded Systemen sind wir in der Mitte zwischen der IT und der Sensorik/Aktorik. Wir stellen den wichtigen Knoten - wenn der nicht verfügbar ist, dann ist das IoT tot.«