Entwicklungsdienstleister EFCO In 60 Tagen auf den Markt

EFCO setzt für eine schnelle Projektumsetzung auf das eigene Baukastensystem.

Schneller zum Ergebnis: Mit Hilfe eines Baukastensystems macht EFCO in zwei Monaten aus einer Idee ein fertiges Produkt.

Die Anforderungen an Time-to-Market steigen weiter, und Produktzyklen müssen immer stärker verkürzt werden. Für eine erfolgreiche Produkteinführung ist daher eine zuverlässige Zeitplanung unabdingbar. Viele größere Unternehmen haben ihren Produktentwicklungszyklen von bis zu einem Jahr und mehr bereits extrem optimiert, können aber trotzdem die Anforderungen nach einer noch schnelleren Markteinführung nicht erfüllen. »Für diese Kunden aus den verschiedensten Märkten kann die Zusammenarbeit mit Firmen, die Lösungen im Baukastensystem anbieten, die Lösung sein«, erklärt Helmut Artmeier, Geschäftsführer der EFCO GmbH.

Das im niederbayerischen Deggendorf ansässige Unternehmen EFCO hat durch eigene Produktentwicklungen einen großen Bestand an baukastenartigen Funktionsblöcken im Sortiment und kann sie schnell und effizient zur Schaffung neuer Kundenprodukte einsetzen. Es handelt sich dabei unter anderem um CPU-Funktionsmodule oder HMI-Baugruppen, alternativ kann auf bereits bestehende mechanische Konzepte und Teile zurückgreifen.

Mit einem vor kurzem erfolgreich durchgeführtes Projekt will Artmeier das schnelle und effiziente Vorgehen verdeutlichen: »Der Kunde, ein Software-Entwicklungsunternehmen, definierte ein Produkt, mit dem in der Lebensmittelindustrie Fritteusen gesteuert, überwacht und Prozessparameter visualisiert werden sollen. Als Grundlage zur Umsetzung dieser Anforderungen benutzten wir einen 7-Zoll-Panel-PC und passte diesen entsprechend den Kundenanforderungen an.« Das Gerät sollte bei 0 bis 50 °C Umgebungstemperatur dauerhaft einsetzbar sein. Die Front, mit PCAP Touch und dicker Cover Lens ausgeführt, sollte Schutzart IP65 aufweisen, ebenso die Rückseite des Gehäuses mit den Steckverbindungen zum Anschluss von Peripherie und zur Wartung des Gerätes. Sensoren und Peripherie wurden mit sechs seriellen Schnittstellen angeschlossen, dabei mussten zwei dem RS485-Standard entsprechen.

Allgemein gliedert sich eine Produkt-Neuentwicklung oder auch New Product Introduction (kurz NPI) in fünf Phasen: Konzeption, Planung, Entwicklung, Industrialisierung inklusiver Verifikation und Product-Launch. »Die Kundenanforderungen wurden während der Konzept-Phase in einer Spezifikation zusammengefasst«, berichtet Artmeier. »Dabei versuchen wir, die Kundenanforderungen mit bestehenden Funktionsblöcken in Übereinstimmung zu bringen. Die Erstellung der Spezifikation in diversen Meetings nahm gut zwei Wochen Zeit in Anspruch.« Im beschriebenen Fall konnte EFCO auf ein bestehendes CPU-Core-Design auf Basis von Intel Bay Trail zurückgreifen, nur der I/O-Schnittstellenteil musste angepasst werden. In der Planungsphase wurden dann die notwendigen Ressourcen ermittelt und zugeteilt. Für die Anpassungen des Motherboards, um die geforderten RS485-Schnittstellen umzusetzen, wurden für die Änderungen an Schaltplan und Layout rund zehn Tage veranschlagt.

»Das Entwicklungsteam an unserem Hauptstandort Taipei, mit Mechanik- und Motherboard-Entwicklung, konnte aufgrund der langjährigen Erfahrungen das Design schnell und effizient umsetzen«, erläutert Artmeier. »Um nicht unnötig Zeit zu verlieren, werden nach Möglichkeit Tätigkeiten und Abläufe parallel gestartet und durchgeführt.« So ist beispielsweise der Projekteinkauf bereits aktiv, bevor Schaltplan und Layout fertiggestellt sind, und beschafft bereits Langläufer-Bauteile. »Ebenso werden die Arbeiten am Layout im 24/7-Schichtbetrieb umgesetzt, denn nur so kann eine so kurze Entwicklungsphase realisiert werden«, betont Artmeier.