IBM und Forschungszentrum Jülich Gemeinsames Exascale Innovation Center

Das Forschungszentrum Jülich und IBM unterzeichneten im Jülich Supercomputing Centre (JSC) einen Vertrag für ein gemeinsames »Exascale Innovation Center«, in dem bis Ende des Jahrzehnts Hardware-Komponenten und Software für einen Exascale-Höchstleistungsrechner entwickelt werden. Ein weiterer Teil des Centers soll im Forschungs- und Entwicklungszentrums in Böblingen angesiedelt werden.

Mit Supercomputern simulieren Wissenschaftler, wie sich das Klima wandelt, wie neue Halbleiter funktionieren oder wie Brennstoffzellen zu verbessern sind. Mit Exascale-Rechnern wird es möglich sein, noch größere Datenmengen zu noch exakteren Simulationen zu verarbeiten.

 

Jüngstes Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit von IBM, dem DFG-Sonderforschungsbereich Hadron Physics und dem Jülicher Supercomputing Centre ist der Hochleistungsrechner QPACE, der im vergangenen November als energieeffizientester Supercomputer der Welt ausgezeichnet wurde. Neben der Energieeffizienz bestehen Herausforderungen in der Hard- und Software. So ist es sicherlich nicht ohne, die Chip- und Prozessor-Technologie bis zur Exascale-Stufe hin zu entwickeln. Bei Software wiederum geht es um die Verfeinerung der Algorithmen, um einen Rechner von diesen Dimensionen optimal zu betreiben und damit auszunutzen. Jülich steuert sein Können bei der Entwicklung von Algorithmen ein.

 

Der Zeitplan sieht vor, dass 2015 ein Prototyp des neuen Exascale-Rechners fertig ist. An den Standorten in Jülich und Böblingen werden zu Beginn des Projekts jeweils fünf Wissenschaftler von IBM und des JSC gemeinsam mit Wissenschaftlern des IBM Forschungszentrums Yorktown Heights an der Entwicklung des neuen Supercomputers arbeiten. Im Jahr 2019 könnte der neue Exascale-Höchstleistungsrechner in Jülich eingeweiht werden.

 

Das Forschungszentrum Jülich ist bereits Standort von JUGENE, dem schnellsten Rechner Europas, der ebenfalls mit IBM entwickelt wurde. JUGENE liefert mit seinen 72.000 Prozessoren eine Spitzenleistung von über 1 Petaflop/s, also einer Billiarde Rechenoperationen pro Sekunde, und wird für rechenintensivste, komplexe Simulationen eingesetzt. Der geplante Exascale-Rechner wird um den Faktor 1000 leistungsfähiger sein.