IHS iSuppli Es werden bald mehr Consumer-Geräte mit Internet-Zugang als PCs verkauft

Das Marktforschungsunternehmen IHS iSuppli prognostiziert, dass die Anzahl an Consumer-Geräten mit Internet-Zugang die Anzahl von PCs im Jahr 2013 erstmals übersteigen wird.

In die Kategorie »Consumer-Geräte mit Internet-Zugang« packt IHS iSuppli eine Vielzahl von Endgeräten, so sind mit diesem Begriff unter anderem Fernseher, aber auch Tablets, Spielekonsolen und Blu-Ray-Geräte gemeint. Laut IHS iSuppli sollen in dieser Kategorie die Stückzahlen bis 2013 auf 503,6 Mio. Einheiten steigen, im letzten Jahr waren es noch 161 Mio. Stück. Im Vergleich dazu die PC-Zahlen: 2010 waren es 222,3 Mio. Einheiten, 2013 sollen es 253,2 Mio. Stück sein.

Doch damit ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht, denn IHS iSuppli geht davon aus, dass 2015 die Anzahl dieser Consumer-Geräte die PCs noch deutlich weiter übersteigen wird. Dann sollen nämlich 780,8 Mio. Einheiten dieser Geräte verkauft werden, bei den PCs hingegen sollen nur 479,1 Mio. Stück über den Ladentisch wandern.

»Diese Zahlen zeigen, dass die Möglichkeit, ins Internet zu gehen, bei weitem nicht nur von einem PC erwartet wird«, erklärt Jordan Selburn, Principal Analyst für Consumer-Plattformen bei IHS iSuppli.

Ganz im Gegenteil, das Internet würde das gesamte Geschäft mit Consumer-Elektronik revolutionieren. So würde mittlerweile jedes elektronische Consumer-Geräte darum wetteifern, zum Zentrum des digitalen Wohnraums zu werden. »Wir gehen davon aus, dass Konsumenten in Zukunft eher ihr Fernsehgerät als ihren PC nutzen, um ins Internet zu gehen«, so Selburn weiter.

Tablets sollen das Wachstum der Consumer-Geräte mit Internet-Zugang anführen. Selburn geht davon aus, dass 50 Prozent des Stückzahlwachstums auf die Media-Tablets zurückzuführen sind. Damit ist diese Produktkategorie das am schnellsten wachsende Segment in diesem Bereich. Angeführt wird dieser Run natürlich vom Apple iPad.

Wobei Tablets jetzt erst richtig in Schwung kommen. Laut Selburn sollen in diesem Jahr 241,2 Mio. Consumer-Geräte mit Internet-Zugang verkauft werden, im letzten Jahr waren es 161 Mio. Einheiten, im Jahr zuvor 108,3 Mio. Stück. Und im letzten Jahr waren nicht die Tablets das wichtigste Consumer-Gerät mit Internet-Zugang sondern Spielekonsolen. So wurden 2010 50,5 Mio. Stück verkauft. Fernseher standen auf Platz 2 mit 40 Mio. Einheiten.

In diesem Jahr sollen aber erstmals Media-Tablets die Rangliste anführen, für die IHS iSuppli Stückzahlen in Höhe von 61,9 Mio. Einheiten prognostiziert. Das entspricht einem Zuwachs von 214 Prozent gegenüber dem Vorjahr, indem es nur 19,7 Mio. Stück waren.

Aus der Sicht von Selburn scheint es so, dass die Media-Tablets das Potential haben, das digital vernetzte Haus endlich Wirklichkeit werden zu lassen. Selburn: »Mit Media-Tablets können Nutzer die verschiedenen Medien in vielfacher Weise genießen und nicht nur Content lokal speichern und auf dem integrierten Display anschauen. Mit der richtigen Hardware beispielsweise können Konsumenten ihre auf dem iPad gespeicherte Musik auch auf einem anderen Audio-Gerät abspielen. Sie können aber auch die dort vorhandenen Videos auf einem Gerät mit großem Bildschirm anschauen. Sobald andere Anbieter den proprietären AirPlay-Standard von Apple unterstützen, wird das Media-Tablet eines der ersten Geräte sein, das vollständig in das ‚Connected Home’ integriert ist.«

Neben den Tablets sollen auch Blu-ray-Player und Settop-Boxen in den Stückzahlen deutlich zulegen. Blu-ray soll sein Wachstum zum einen der größeren Akzeptanz von HD-Displays, zum anderen der mittlerweile schon obligatorischen Nachfrage nach einem Internet-Zugang verdanken. Zahlenmäßig ausgedrückt, heißt das, dass Selburn den verkauften Stückzahlen ein durchschnittliches Wachstum pro Jahr von 37,9 Prozent zuweist. Der Zuwachs bei Settop-Boxen beruht darauf, dass diese Geräte Funktionen bieten, die kein anderes Gerät aufweist. Dazu zählt Selburn die Möglichkeit, dass Settop-Boxen Content aus einer Vielzahl von Quellen – wie Video on Demand oder Catch-up-TV - beziehen können, plus der Inhalte, die über Kabel oder Satellit zur Verfügung stehen. Deshalb glaubt Selburn auch, dass Settop-Boxen auch langfristig noch einen hohen Stellenwert für den Konsumenten haben werden.