Vielfältige Voraussetzungen Embedded Systeme fit für IoT machen

Christian Légaré, Micrium: »Embedded-Systeme spielen bereits jetzt eine kritische Rolle in der Entwicklung des IoT – sie stellen die ’Dinge’ dar.«
Christian Légaré, Micrium: »Wir verfügen zweifellos bereits heute über alle Werkzeuge, die wir brauchen, um das Internet der Dinge Wirklichkeit werden zu lassen.«

Das Internet der Dinge (IoT) berührt viele verschiedene Bereiche in der Elektronik und wird gegenwärtig viel diskutiert. Die wichtigsten Voraussetzungen für IoT im Hinblick auf eingebettete Systeme erklärt Christian Légaré, CTO von Micrium.

Markt&Technik: Welche Rolle spielen Embedded Systeme im IoT

Christian Légaré, Micrium: Embedded Systeme spielen bereits eine kritische Rolle in der Entwicklung des Internet der Dinge – sie stellen die ’Dinge’ dar. Ein IoT-System umfasst generell vier Hauptkomponenten: das Gerät, das lokale Netzwerk – das ein Gateway für die Übersetzung proprietärer Kommunikationsprotokolle in das Internetprotokoll umfassen kann – sowie das Internet und Back-End-Dienste wie Unternehmensdatensysteme oder PCs und Mobilgeräte.

Was sind für Sie die Hauptvoraussetzungen für IoT?

Die vier Hauptvoraussetzungen für IoT im Hinblick auf eingebettete Software sind Konnektivität, Software-Code-Stabilität, Stromverbrauch und Sicherheit. Bei IoT geht es vor allem um Konnektivität, sowohl verdrahtet als auch drahtlos. Es ist keine leichte Aufgabe, einem eingebetteten System Konnektivität hinzuzufügen. Die Einbeziehung von Kommunikationsprotokollen erfordert mehr Verarbeitungsleistung und Ressourcen. Es werden viele verschiedene Kommunikationsprotokolle in eingebetteten Systemen verwendet, doch Grundpfeiler der Konnektivitätsvoraussetzungen für IoT-Geräte ist das Internet-Protokoll (IP). Kommunikationstechnologien, die in der Lage sind, IP-Pakete zu übertragen, haben einen klaren Vorteil. In der drahtlosen Kategorie sind 6LowPAN, Bluetooth und WLAN die bevorzugte Wahl.

Welche Rolle spielt die angesprochene Software-Code-Stabilität?

IoT-Geräte müssen in der Lage sein, lange Zeit problemlos zu laufen. Grund dafür ist, dass die meisten IoT-Geräte nicht zugänglich sein werden – oder zumindest nicht leicht zugänglich, nachdem sie einmal im Einsatz sind. Das IoT-Modell unterscheidet sich stark von dem, was wir von unseren Konsumgeräten gewohnt sind, die wir einfach ersetzen, wenn sie überholt sind oder nicht mehr funktionieren. Bei diesem Modell sind Fehler tolerierbar, da die Geräte absichtlich in gewissem Maße zum Wegwerfen bestimmt sind. Bei IoT sind jedoch nur 16 Prozent der Geräte für den Verbraucher sichtbar – zum Beispiel bei Haushalts- oder medizinischen Anwendungen –, während der Rest unsichtbar ist. Unter diesen Umständen muss der Code überaus stabil sein, weil eine Reparatur oder ein Auswechseln sehr kompliziert und kostenaufwändig ist. Darüber hinaus ist der Stromverbrauch ist ein sehr wichtiger Aspekt, da viele Geräte batteriebetrieben sein werden – deshalb müssen sie so lange wie möglich zwischen Wiederaufladungen oder Auswechseln laufen können. Clevere Software kann die Geräteeffizienz steigern und den Stromverbrauch des Geräts reduzieren.