Moderne elektronische Werbetechniken Digital Signage wird smart

Intel demonstriert weltweit auf Messen das Leistungspotenzial moderner e-Signage-Lösungen. Das System basiert auf einem MicroATX-Embedded-Board von Emerson Network Power, das den Core-i7-Prozessor von Intel nutzt.
Intel demonstriert weltweit auf Messen das Leistungspotenzial moderner e-Signage-Lösungen. Das System basiert auf einem MicroATX-Embedded-Board von Emerson Network Power, das den Core-i7-Prozessor von Intel nutzt.

e-Signage ist dabei, die traditionelle Werbung zu revolutionieren: Heutige e-Signage-Systeme erkennen Geschlecht und Alter der Betrachter, reagieren auf deren Geschmäcke und geben intelligente Antworten.

Die erste Welle des e-Signage, auch Digital Signage genannt, bei der die Werbung statt auf gedruckten Plakaten auf großen Bildschirmen dargestellt wurde, sollte die mit dem Wechseln der Werbebotschaften verbundenen Kosten reduzieren und zusätzlich Klang und Bewegung der Werbung hinzufügen. Allerdings ähnelte dabei die Architektur des digitalen Signage-Systems der der alten Technik: So wie bei einer gedruckten Seite wurde das elektronische Display als »dummes Terminal« angesehen, das nur Inhalte zeigte, die von einem zentralen Server übertragen wurden und für alle Terminals gleich waren. Das Display sollte vom Verbraucher nur betrachtet, aber nicht benutzt werden.

Mittlerweile erlaubt der Fortschritt jedoch die Realisierung eines dynamischeren, interaktiven Ersatzes für die traditionellen Anzeigen aus bedrucktem Papier. Zu einem heutigen e-Signage-System gehören: kostengünstige HD-Monitore, Multi-Core-Prozessoren mit geringer Leistungsaufnahme, ausgeklügelte Touch-Controller und Hochgeschwindigkeitsnetzwerktechnologie.

Lokale, verteilte Intelligenz auf der Ebene des digitalen Terminals ist daher die treibende Kraft der aktuellen e-Signage-Welle. Auf dem Markt sind inzwischen e-Signage-Systeme einer neuen Generation erhältlich.

Sie sind:

  • interaktiv,
  • umgebungsbewusst,
  • fähig den Betrachter wahrzunehmen und auf seine Charakteristiken, wie Geschlecht und Alter, zu reagieren,
  • mit dem Internet verbunden,
  • in der Lage finanzielle Transaktionen durchzuführen,
  • in der Lage Echtzeitinformationen und Videos darzustellen,
  • ferngesteuert und -verwaltet,
  • fähig sich mit elektronischen Geräten zu verbinden, die der Betrachter mit sich trägt.

 

Equipment-Herstellern bietet sich daher die Gelegenheit, gute Geschäfte zu machen - und das nicht nur, weil der e-Signage-Markt rasch wächst, sondern auch, weil er offen ist und nicht von wenigen, sehr großen Anbietern beherrscht wird. Hinzu kommt, dass e-Signage-Systeme nicht aus einer einzigen, homogenen Applikation bestehen, sondern aus Hunderten unterschiedlichen Ausführungen. Die Herausforderung für OEMs besteht damit in der Fähigkeit, Produkte schnell zu entwickeln und zu modifizieren, um eine Vielzahl von Kundenwünschen zu befriedigen und unterschiedliche Einsatzorte zu berücksichtigen.

Folgende Szene könnte in einem Warenhaus in der Nähe stattfinden, denn die dafür benötigte Technik existiert bereits heute: Eine Kundin geht durch den Haupteingang und bewegt sich auf ein großes Display zu, das sich in unmittelbarer Nähe befindet. Währenddessen erkennt der im Display eingebaute Embedded-Computer durch eine Videokamera Geschlecht und Statur der Kundin und überträgt dem Display ein Werbevideo, das auf Kundinnen ihrer Altersklasse zugeschnitten ist. Während das Werbevideo läuft, erscheint auf dem durchsichtigen Panel ein Menü mit mehreren Auswahlmöglichkeiten wie »Haute Couture«, »Alltagsmode« und »Unterwäsche« sowie eine Aufforderung zu wählen. Das Panel verfügt per Touchscreen über eine Benutzerschnittstelle, die dank Geräten wie den Smartphones der Allgemeinheit gut bekannt ist.

Die Kundin berührt das Display bei »Haute Couture« und sofort erscheinen die neuesten Bekleidungsstücke, die den Eindruck vermitteln, in der Luft zu schweben, während zugleich das Geschäft durch das Panel klar sichtbar ist, sodass sich hierdurch ein Effekt von »gesteigerter Realität« ergibt. Die Betrachterin berührt anschließend die Wörter »Handy-Coupon« auf dem Display. Daraufhin sendet ein NFC-IC (Near Field Communication), das erkannt hat, dass die Betrachterin ein Handy bei sich trägt, eine SMS mit einem Barcode-Coupon, dank dem sie einige Schönheitsprodukte geschenkt bekommen wird, falls sie anschließend Einkäufe im Wert von mindestens 200 € tätigt. Das Panel, das mit dem Managementsystem des Geschäfts verbunden ist, hat inzwischen schon den Barcode registriert, sodass er von jedem Terminal des Warenhauses erkannt wird.

Die Kundin berührt dann »Etagenplan« und auf dem Display erscheint eine 3D-Darstellung der Etage mit dem kürzesten Weg zur Modeabteilung. Wenige Sekunden nach dem Betreten des Geschäfts hat die Kundin beschlossen, einen neu ins Sortiment aufgenommenen Artikel zu kaufen. Die Videokamera, die die Haltung der Kundin beobachtet hat, überträgt diese Information als »anonyme Betrachterdaten« an den Managementrechner, sodass sie von den Vertriebsfachleuten analysiert werden können.