Standards und Vertrauen sind entscheidend Die Embedded-Branche bereitet sich auf das IoT vor

Christian Eder, congatec: »Wireless-Standards und standardisierte I/O-Connectivity wären wünschenswert, um Wildwuchs zu verhindern. Das gilt im besonderen Maße für die Übertragungsprotokolle.«
Christian Eder, congatec: »Wireless-Standards und standardisierte I/O-Connectivity wären wünschenswert, um Wildwuchs zu verhindern. Das gilt im besonderen Maße für die Übertragungsprotokolle.«

Eine der großen Herausforderungen beim Internet der Dinge (IoT) ist es, das Potenzial der Embedded-Hardware richtig zu nutzen. In diesem Zukunftsmarkt gilt es aber noch weitere Hindernisse zu überwinden.

Ein probates Mittel, um neue Märkte zu erschließen, sind Standards, die nicht nur technische Spezifikationen enthalten, sondern manchmal auch als »Rezept« für eine sinnvolle Herangehensweise dienen. Wo sehen die Embedded-Computing-Anbieter momentan den höchsten Handlungsbedarf? »Wireless-Standards und standardisierte I/O-Connectivity wären wünschenswert, um Wildwuchs zu verhindern. Das gilt im besonderen Maße für die Übertragungsprotokolle«, fordert Christian Eder, Director Marketing von congatec. »Das Internet-of-Things oder sogar das Internet-of-Everything werden je nach Anwendung unterschiedlichste Hardware bedingen. Damit sich die entsprechenden Software-Implementierungen untereinander auch verstehen können, ist die Standardisierung der übertragenen Daten unbedingt notwendig.«

An der Notwendigkeit für Standards gibt es in der Embedded-Branche selten Zweifel. »Standards sind einfach notwendig, um möglichst viele Kunden bedienen zu können und um die Kosten zu senken. Der Enterprise-Markt hat hier hervorragende Arbeit geleistet, um Kunden mit niedrigem Investment und Betriebskosten in die Cloud zu bringen«, erklärt Dirk Finstel, CEO EMEA von Adlink Technology. Viele dieser Standards sollen daher auch im Industrial-Cloud-Computing und für IoT benutzt werden. »Vertikale Protokolle und Applikationen werden nicht standardisiert werden können. Die Hardware, Betriebssysteme und Teile der Middleware zur Anbindung an die Cloud sowie die gesamte Security werden standardisiert werden müssen«, ist sich Finstel sicher.

Software-Standards wurden in der Embedded-Welt bislang hauptsächlich in den USA gesetzt. Für die europäischen und asiatischen Embedded-Board- und -Systeme-Lieferanten war das bislang auch noch kein allzu großes Problem, denn ihr Fokus liegt auf der Hardware und Board-Design-Services, auch wenn alle seit Jahren ihre Software-Abteilungen deutlich aufstocken - als Outsourcing-Partner folgen sie den jeweiligen Branchenanforderungen und -größen. »VDMA und Bitkom leisten im Umfeld von Industrie 4.0 wichtige Beiträge zum Thema Daten-Interoperabilität und Konvergenz. Weiterhin sind auch die IEEE-Bemühungen um das Thema WiFi-Roaming und Realtime Ethernet wichtig. Auch das Industrial Internet Consortium (IIC) arbeitet an wichtigen Grundlagen zur Spezifizierung von Use Cases, Frameworks und Vokabularien« erläutert Jens Wiegand, CTO von Kontron. »Wir brauchen die Standards solcher Gremien, um Kunden am Ende die Mehrwerte bieten zu können, die wir uns von IoT-Applikationen versprechen. Wie immer wird die Standardisierung in solchen Gremien durch die jeweiligen Player im Markt dominiert, und manche Vorschläge sind dabei möglicherweise in einem ersten Schritt für den breiten Markt zu komplex. Ist ein gemeinsamer Nenner jedoch erst einmal gefunden, ermöglichen es die Economies of Scale dann letztlich doch, dass diese Standards auch im breiteren Feld zur Anwendung kommen.«