Ausgangsbasis für weitere Vernetzung Datenaustausch zwischen Medizingeräten in Echtzeit

HL7-Standard mit DDS-Implementierung
HL7-Standard mit DDS-Implementierung

Der Data Distribution Service (DDS) ist eine Middleware zur datenzentrierten Kommunikation in hochdynamischen Verteilten Systemen - und eignet sich auch sehr gut für Medizingeräte der nächsten Generation. 

Das Internet der Dinge für Medizingeräte, auch MIoT genannt, soll das Gesundheitswesen durch Kostensenkung und Effizienzsteigerung sowie eine noch höhere Qualität der Patientenversorgung signifikant verändern. In der Gesundheitsvorsorge gibt es zahlreiche Applikationen, die von einer MIoT-Anbindung profitieren können, wie die klinische Überwachung, das Management chronischer Krankheiten, die Vorsorge und das betreute Wohnen, die persönliche Fitnessüberwachung oder auch die Integration von Medizingeräten.
Der Bedarf effektivere Gesundheitsdienste bereitzustellen und gleichzeitig die Kosten zu reduzieren, treibt die IoT-Anbindung von Medizingeräten voran. Diese Anbindung schafft aber auch neue Herausforderungen. Unter anderem ist zu klären, wie Devices miteinander verbunden werden und wie der interoperable Datenaustausch über geografisch verteilte heterogene Netzwerke (LAN und WAN) in Echtzeit umsetzbar sind.

Die sichere Echtzeit-Datenübertragung zwischen Medizingeräten, beispielsweise zwischen Patientenmonitoringsystemen und weiteren Informationssystemen, ist im Klinikumfeld entscheidend. Durch die Anbindung der Medizingeräte an ein Computernetzwerk, egal ob drahtgebunden, drahtlos oder mobil, kann unter anderem eine manuelle Dateneingabe entfallen. Potenzielle Nutzen sind schnellere und häufigere Aktualisierungen, weniger menschliche Fehler und ein verbesserter Arbeitsablauf.

Zumeist stammen die Medizingeräte, die in Gesundheitssystemen zum Einsatz kommen, von unterschiedlichen Herstellern. Die Interoperabilität zwischen diesen Medizingeräten und auch anderen Systemen ist somit eine der größten Herausforderungen, denn unterschiedliche Geräte nutzen oft auch unterschiedliche Kommunikationsprotokolle und proprietäre Datenformate. Das Ziel eines echten Plug&Play-Betriebs von vernetzen Medizingeräten ist deshalb noch lange nicht erreicht. Heute werden noch immer spezielle Adapter-Interfaces eingesetzt, um Gerätedaten zwischen Geräten und Systemen unterschiedlicher Herstellers übertragen zu können. Werden Geräte anderer Anbieter also nachträglich in eine Systemlandschaft integriert, ist immer auch Adaptionsaufwand erforderlich.
Der Austausch wichtiger Informationen wie Vitaldaten eines Patienten,

Geräteeinstellungen, Infusionsraten oder Alarmereignisse ist jedoch für die Effektivität der Patientenbehandlung von großer Bedeutung. Mit Hilfe dieser Daten kann die Art der Behandlung besser eingeschätzt und geplant werden, um letztlich beste Behandlungsergebnisse zu gewährleisten. Dies gilt für alle Behandlungen, ganz gleich wo sie auch immer vollzogen werden – vom Krankhaus über Pflegeeinrichtungen bis zuhause. Ist hingegen kein Echtzeitzugriff oder auch gar kein Zugriff auf Daten durch qualifiziertes Personal möglich, wird die bestmögliche Behandlung des Patienten verhindert.

Die wichtigsten Herausforderungen für die medizinische Informatik sind: Interoperabilität, Performance, Sicherheit, Evolution des Systems und Zuverlässigkeit. Interoperabilität ist gefordert auf der physikalischen Ebene zwischen zahlreichen Medizingeräten und Informationssystemen, über verschiedene Netzwerkkonfigurationen hinweg, wie LAN oder WAN (Internet/Cloud), drahtgebunden, drahtlos oder mobil. Zudem muss der Datenaustausch auch auf der Applikationsebene funktionieren, zwischen zahlreichen Interoperabilitätsstandards im Gesundheitswesen und den zahlreichen Implementierungen mit dem gleichem Standard.