M&T-Forum Betriebssystem-Klippen

Wolfgang Eisenbarth, MSC Technologies: »Wir sehen massiv mehr Nachfrage nach ARM/Linux als nach ARM/Android.«
Wolfgang Eisenbarth, MSC Technologies: »Wir sehen massiv mehr Nachfrage nach ARM/Linux als nach ARM/Android.«

Google kündigt ständig neue Android-Versionen an und auch Microsoft ist nicht untätig. Die Embedded-Branche sieht diese Aktivitäten aber recht kritisch.

Der Erfolg bei Tablets und Smartphones legt nahe, dass Android auch das Betriebssystem der Wahl für Plattformen mit ARM-Prozessoren ist. Doch wir reagiert der Markt? »Wir sehen massiv mehr Nachfrage nach ARM/Linux als nach ARM/Android«, berichtet Wolfgang Eisenbarth, Director Communications von MSC Technologies. »Das hängt natürlich von den Applikationen und den Präferenzen der Kunden ab - auch ob ein Neueinstieg geplant ist oder ein Software-Redesign erfolgt, der viel mehr Visualisierung braucht. Und dann gibt es die große Kundengruppe, bei denen nicht das HMI im Vordergrund steht, sondern die Kontrollfunktion und da gibt es keine große Android-Anwenderzahl.«

»Zudem sehen wir bei Android-Projekten mehr technische Klippen hinsichtlich der Echtzeitfähigkeit und der Möglichkeit Cross zu kompilieren«, ergänzt Martin Steger, Geschäftsführer von ies GmbH & co. KG. »Viele Projekte wurden enthusiastisch mit Andorid angegangen und sind am Ende zu Linux geschwenkt.«

Ein weiter Grund ist die Support-Politik für die einzelnen Prozessoren. So erfolgt die Portierung zuerst auf Bausteine für die stückzahlenträchtige Consumer-Elektronik – Embedded-ARM-CPUs hängen sehr stark vom Engagement der einzelnen Halbleiterhersteller ab. »Damit gibt es eine zeitliche Verzögerung, falls überhaupt eine Portierung erfolgt«, bestätigt Dirk Finstel, CEO EMEA von Adlink Technology. »Die Linux-Distribution ist eigentlich sofort da und die Leute können auch sofort damit anfangen. Die zweite Sache ist, dass Google sich bestimmt keinen Gefallen getan hat, anzukündigen keine Patches mehr zur Verfügung zu stellen. Damit ist das Momentum für Android in der Embedded-Welt echt vorbei.«

Damit bleibt die Arbeit an den Drittanbietern beziehungsweise den Herstellern der Embedded-Baugruppen hängen - was der Markt aber durchaus auch honoriert. »Unser Haus bietet Android und Linux gleichberechtigt an - und wir haben auch eine 50:50-Verteilung bei den Anfragen. Wobei wir in beiden Fällen einen End-to-End-Support bieten – also nicht nur ein BSP, sondern der Kunde bekommt ein fertig konfiguriertes System mit Patches«, berichtet Christian Blersch, Geschäftsführer von E.E.P.D. und EMTrust.