Fortschritte für Mobilanwendungen Atom für Tablet-PC und Co.

Für einen möglichen Erfolg in Tablet-PCs hat Intel auf kompakte Abmessungen für den Atom-Z670-Prozessor und SM-35-Chipsatz geachtet - die Embedded-Branche kann davon profitieren.
Für einen möglichen Erfolg in Tablet-PCs hat Intel auf kompakte Abmessungen für den Atom-Z670-Prozessor und SM-35-Chipsatz geachtet - die Embedded-Branche kann davon profitieren.

Der Weg ist lang: Intel versucht mit »Oak Trail« und »Cedar Trail« die Dominanz von ARM bei Tablet-PCs zu brechen. Davon profitieren können Anwender aus dem Embedded Computing.

Bislang dominierten im Embedded-x86-Bereich die Prozessoren die ursprünglich für den Einsatz in Notebooks konzipiert wurden, da die Anforderungen hinsichtlich Stromverbrauch, Wärmeentwicklung und Platzbedarf sehr ähnlich sind. Mit dem Aufkommen der Tablet-PCs zeichnet sich nun eine weitere Geräteklasse ab, deren Prozessoren vergleichbaren Anforderungen genügen müssen.

Da das Tablet-PC-Geschäft eindeutig vom iPad dominiert wird und damit von ARM, sieht sich Intel gezwungen, spezielle x86-Prozessoren in den Ring zu schicken. Der erste Vertreter ist der »Atom Z670« (Codename: Oak Trail), der ab sofort verfügbar ist. Erste Geräte basierend auf der neuen Atom-Plattform sollen ab Mai 2011 erhältlich sein, weitere Modelle können im Laufe des Jahres folgen. Insgesamt rechnet Intel mit rund 35 Tablet-PCs und Hybrid-Geräte, die auf ganz unterschiedlichen Betriebssystemen basieren.

Zudem kündigt das Unternehmen seine künftige 32-nm-Atom-Plattform (Codename: Cedar Trail) an. Diese Technologie zielt auf die Entwicklung einer Vielzahl an leisen, lüfterlosen und schlanken Netbooks, Einsteiger-Desktops sowie All-in-One-PCs ab. »Die neue Intel-Atom-Oak-Trail- sowie die kommende Cedar-Trail-Plattform bieten längere Akkulaufzeiten und höhere Leistung und beweisen erneut unser großes Engagement, die mobilen Erfahrungen der Netbook- und Tablet-PC-Anwender zu steigern«, erklärt Doug Davis, Vice President und General Manager der Netbook und Tablet Group bei Intel. »Wir beschleunigen die Entwicklung der Intel-Atom-Produktlinie und überholen damit sogar das Moore’sche Gesetz, da wir in den nächsten drei Jahren neue Produkte mit drei Fertigungstechnologien auf den Markt bringen.« Das Moore’sche Gesetz besagt, dass sich die Transistorendichte auf einem Chip etwa alle 24 Monate verdoppelt - Intel hat sich also einiges vorgenommen.

Im Fokus der Entwicklung steht unter anderem die Verbesserung der Grafik- und Videoleistung. Der neue Atom Z670 ermöglicht bereits eine verbesserte Video-Wiedergabe in Kombination mit einer längeren Akkulaufzeit. Zudem unterstützt Oak Trail 1080p-Video-Dekodierung, HDMI und Adobe Flash für Rich-Media-Inhalte und Flash-basierte Spiele.

Da die Atom-Plattform Grafik- und Speicher-Controller direkt auf den Prozessor-Chip integriert, ebnet sie den Weg für kleinere, dünnere und effizientere Geräte. Der Prozessor ist um 60 Prozent kleiner als frühere Generationen und verbraucht weniger Strom. Dies ermögliche nach Ansicht von Intel lüfterlose Geräte und Akkulaufzeiten von bis zu einem Tag. Weitere Funktionen sind Intel Enhanced Deeper Sleep, das bei längeren inaktiven Phasen mehr Strom spart, sowie eine optimierte Intel-SpeedStep-Technologie. Zudem stellt ein integrierter HD-Decoder die reibungslose Wiedergabe von 1080p-Videos zu einem Bruchteil des bisherigen Strombedarfs sicher.

Der Atom Z670 unterstützt verschiedenen Betriebssystemen, darunter Google Android, MeeGo und Windows. Damit deckt Intel die bei den Geräteherstellern momentan beliebtesten Betriebssysteme ab, die in den Wettstreit mit Apples iPad treten sollen.

Unterstützung findet der Atom-Z670-Prozessor im Chipsatz SM35, der USB 2.0 (immer noch kein USB 3.0) und Intels High-Definition-Audio bietet. Da die Plattform sich zudem für kleine Formfaktoren und tragbare Embedded-Geräte eignet, bildet sie eine gute Lösung für eine Vielzahl von Tablet-PC-Anwendungsfeldern im Einzelhandel, im Gesundheitswesen oder in der Industrie. Neben dem Atom Z670 bietet Intel auch den Atom Z650 für Embedded-Geräte mit sieben Jahren Support für die Betriebssysteme Windows und MeeGo an.

Eher auf Netbooks zielt Intel mit dem kommenden »Cedar Trail« Prozessor ab. Er basiert auf Intels 32-nm-Fertigungstechnologie und bringt verbesserte Grafikfunktionen wie die Unterstützung von Blu-ray 2.0, eine eigene Media-Engine für volle 1080p-Wiedergabe und zusätzliche digitale Display-Optionen wie HDMI-Ausgang und DisplayPort. Zu den interessantesten neuen Funktionen gehören Intel Wireless Display, PC Synch und Fast Boot. Darüber hinaus ermöglichen die Verbesserungen beim Stromverbrauch und der TDP lüfterlose Geräte mit längerer Akkulaufzeit. Intel liefert derzeit erste Muster von Cedar Trail an die wichtigsten OEMs und ODMs aus.