Langfristige Verfügbarkeit AMD Geode LX bis 2019 verfügbar

Stefan Seyfried, AMD: »Bei vielen anderen Prozessoren wurden OEMs durch Abkündigungen von Chipsätzen oder Prozessoren häufiger als erwünscht zu einem Re-Design gezwungen.«

Abgekündigt oder doch noch länger verfügbar? AMD stellt klar, dass der Plan derzeit lautet, den „AMD Geode LX“ noch bis 2019 auszuliefern. Damit kommt der Prozessor auf eine Langzeitverfügbarkeit von 14 Jahren, was bei x86 eine Seltenheit ist.

Über das Thema Migration oder Bestandswahrung informiert Stefan Seyfried, Sr. Sales Manager Embedded von AMD Embedded Solutions.

Einige Hersteller von Embedded-Boards und -Systemen wollen „AMD Geode LX“-basierte Designs in Richtung Retrofit drängen. Ist es sinnvoll, jetzt zu wechseln?

Jede Migration hat ihren Grund. Wer nicht migriert, der stagniert zumeist in der Entwicklung neuer Technologien. Einzige Ausnahme hiervon ist Retrofit. Wer aber migrieren will, um Retrofit zu erhalten, der kann mindestens zwei Jahre warten. Den „AMD Geode LX“, den wir seit 2005 im Programm haben, unterstützen wir nämlich noch bis mindestens 2019, und wie heißt es so schön: Never Change a Running System. Das haben wir unseren Bestandskunden bereits in 2015 mitgeteilt, und es sollte damit auch allgemein bekannt sein. Mit dieser extremen Langzeitverfügbarkeit kommen wir übrigens auf insgesamt 14 Jahre und damit auf doppelt so viele Jahre wie bei direkt konkurrierenden x86-Lieferanten ansonsten üblich. Das ist absolut rekordverdächtig! Bereits heute wegen eines Retrofits zu wechseln, ist aus unserer Sicht also nicht effizient. Sinnvoller ist es, die aktuelle Laufzeit zur weiteren Amortisation der bestehenden Entwicklungen voll auszuschöpfen.

Ist denn ein solch „alter“ Prozessor heute überhaupt noch gefragt?

Der AMD-Geode-LX-800-Prozessor wurde seinerzeit dazu ausgelegt, die höchste Rechenleistung pro Watt für x86-basierte 32-Bit-Applikationen zu liefern. Zudem wurden damals viele Applikationen auf bleifreie Designs umgestellt. Beides zusammengenommen hat zu einer beeindruckenden Anzahl von Design Wins geführt, was sowohl zum Erfolg als auch zur hohen Langzeitverfügbarkeit dieser Plattform beigetragen hat. Heute gibt es also immense installierte Basis und wir verzeichnen eine weiterhin konstant hohe Nachfrage. Congatec setzt zum Beispiel jährlich mehr als 20.000 Computer-on-Module mit AMD-Geode-LX-Prozessoren ab, und die Nachfrage ist hier sogar tendenziell noch steigend.

Was ist der Grund für diese immer noch hohe Nachfrage?

Kunden im Embedded-Markt wollen ihre Designs möglichst lange nutzen, damit sie sich bestmöglich amortisieren. Und die Anwender wollen ausgereifte Applikationen, die zuverlässig ihren Dienst verrichten und kostengünstig positioniert sind. Bei vielen anderen Prozessoren wurden OEMs durch Abkündigungen von Chipsätzen oder Prozessoren häufiger als erwünscht zu einem Re-Design gezwungen. Diesen Kreislauf haben wir mit unseren Langzeitverfügbaren Prozessoren aufgebrochen. Unser AMD-Geode-LX-Prozessor ist dabei nur ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg. Unsere aktuellen SoC-Designs der G-Series und der R-Series bieten ebenfalls eine extrem hohe Langzeitverfügbarkeit, die aktuell 10 Jahre beträgt.

Aber ab 2019 ist dann wahrscheinlich Schluss. Was empfehlen Sie dann den Kunden?

Wir bieten wir mit dem G-Series-LX-SoC einen nahtlosen Migrationspfad hin zu mehr Performance sowie aktuellen Multimedia- und Display-Features, bei vergleichbarer Preisstellung und entsprechendem thermischen Design. Unseren Partnern bieten wir zudem umfassende Design-In Services, so dass Board- und Systementwickler sowohl auf Hardware- als auch auf Softwarelevel den Übergang schnell und nahtlos meistern können. Wir wissen, dass manche Applikationen auch Retrofit-Alternativen nutzen könnten.

Anwender sollten sich aber die Frage stellen, ob denn die alten Betriebssysteme, die hier unterstützt werden, wirklich weiterhin erste Wahl sind. Im Zeitalter der IoT-vernetzten Devices kann ich mir das kaum noch vorstellen, denn selbst einen RS-xxx-auf-Ethernet-Konverter will man heute remote managen und maintainen wollen. Wer all das maximal auf „Windows 7“ weiterhin umsetzen will, läuft auf kurz oder lang in eine sehr gefährliche Falle.