Trends im Embedded Computing, Teil 2 Akzeptanz neuer Standards und Technologien

Christian Eder, congatec: »Erste Kunden fangen schon an, ihre Produkte auf DisplayPort umzustellen.«
Christian Eder, congatec: »Erste Kunden fangen schon an, ihre Produkte auf DisplayPort umzustellen.«

Neue Ansätze bei Prozessoren und Schnittstellen drängen auf die Embedded-Boards - doch nicht jede Neuerung nimmt die Embedded-Welt im Sturm.

Technologisch kommen aus der Consumer-Welt einige neue und interessante Ansätze in den Embedded-Bereich. Allerdings wird nicht jede Innovation euphorisch angenommen. So ist beispielsweise die Akzeptanz von USB 3.0 in der Embedded-Gemeinschaft überwiegend zurückhaltend. »Die Nachfrage der OEM-Kunden ist derzeit noch verhalten. Wir erwarten jedoch, dass dieses Thema uns in den Produkten des nächsten Jahres stark beschäftigen wird. Die Infrastruktur ist am Entstehen, und besonders die Nutzung von portablen Massenspeichern wird dieses Thema antreiben«, erklärt Wolfgang Eisenbarth, Director of Marketing, Embedded Computer Technology der MSC Vertriebs GmbH.

Die Lage bessert sich jedoch, wenn die neue Schnittstelle Bestandteil eines einheitlichen Konzepts ist. »Die Standards, zum Beispiel im COM-Express-Bereich, stellen sich allmählich darauf ein«, berichtet Peter Lippert, General Manager von Lippert Embedded Computers, »allerdings beruht das derzeit mehr auf dem Funktionsumfang kommender Chipsätze als auf konkreten Nachfragen«.

»Insgesamt ist die Verbreitung von USB-3.0-Devices noch relativ gering. Deshalb haben unsere Kunden bei den meisten existierenden Projekten keinen großen Bedarf, hier kurzfristig umzusteigen oder Anpassungen vorzunehmen«, ergänzt Norbert Hauser, Vice President Marketing von Kontron.

USB 3.0 hat dabei, durch seine Rückwärtskompatibilität mit USB 2.0, noch eine geringere Hürde zu nehmen als inkompatible Schnittstellen, die einander ablösen sollen. Ein Beispiel ist DisplayPort, der nach den Vorstellungen großer Halbleiteranbieter die Grafikwelt von etablierten Standards wie VGA und LVDS säubern soll. »Erste Kunden fangen schon an, ihre Produkte auf DisplayPort umzustellen«, berichtet Christian Eder, Sales&Marketing Manager EMEA von congatec. »Es wird aber keine ’wasserfallartigen’ Änderungen geben - aber neue Designs berücksichtigen, dass VGA und LVDS allmählich verschwinden werden.«
Die Geschwindigkeit der Designwechsel ist allerdings stark von der Anwenderbranche abhängig. So setzt beispielsweise die Automatisierung gerne auf bewährte Konzepte und Schnittstellen. Auch der Gerätetyp entscheidet mit, wie Lippert zu bedenken gibt: »In geschlossenen Embedded-Anwendungen ist LVDS derzeit nicht wegzudenken, weil die Panels in der Regel über LVDS-Schnittstellen verfügen. Für abgesetzte Monitorlösungen hat VGA aber ausgedient.«