Leiterplatten aus Asien Würth Elektronik lässt ab sofort auch in China fertigen

Feierliche Einweihung in traditioneller chinesischer Manier: (v.l.n.r.) Jürgen Klohe, Denis Giba und Benjamin Klingenberg schneiden gemeinsam das Band durch.

Die Würth-Gruppe ist schon lange in Asien präsent. Jetzt hat auch die Leiterplattentochter Würth Elektronik ein Büro in China in Shenzen eröffnet. Fertigen lässt Würth Elektronik bei Partnern vor Ort, bleibt aber für Aufträge der direkte Vertragspartner der Kunden.

Seit über 13 Jahren ist die Würth Elektronik Gruppe in Asien präsent und etablierte vor Ort mehrere Unternehmen, Produktionsniederlassungen und ein eigenes Qualitäts- und Design Center.

Jetzt hat auch der Leiterplattenhersteller in der Gruppe, die Würth Elektronik, den Sprung nach Fernost gewagt: Durch die Würth-Präsenz in China können die Kunden jetzt von dort Leiterplatten beziehen: Weil Würth weiterhin als direkter Partner auftritt, minimiere sich das Risiko für die Kunden, so das Unternehmen. Vom Prototypen und Muster bis hin zur Serie bleibt Würth der Vertragspartner. Auch große Volumina und weitere Technologien können ab jetzt geliefert werden. »Dennoch ist die asiatische Fertigung ist kein Ersatz für unsere deutschen Werke«, stellt  Jürgen Klohe, Geschäftsführer der WE-Unternehmensgruppe, klar, sondern eine logische Erweiterung unseres Portfolios. Dass wir uns für einen Büro-Standort in China entschieden haben, hat verschiedene Gründe. Zum einen entspricht die Leiterplattenfertigung dort dem gewohnt hohen Würth-Qualitätsmaßstab. Zum anderen sind Schwesterunternehmen unserer Gruppe seit langem in China ansässig und wir verfügen hier bereits über ein effizientes Netzwerk hinsichtlich Infrastruktur und Ressourcen. Hinzu kommt, dass wir dort schon ein sehr leistungsfähiges Labor auf deutschem Niveau betreiben.«

Vier Partner erweitern künftig die Produktionskapazität von Würth Elektronik. Bei der Auswahl der chinesischen Partnerwerke wurden strikte Kriterien zu Grunde gelegt. Alle Fabriken sind strategisch auf Export ausgelegt und verfügen über die Zertifizierungen ISO 9001, ISO 14001, TS 16949 und UL (für USA und Kanada). »Wir haben schon bei der Auswahl einer Fabrik strategisch festgelegt, welche Technologie und welche Volumina dieser Betrieb künftig für uns liefern kann und darf«, erklärt Denis Giba, Geschäftsführer WE-Leiterplatten. »Diese Kriterien sind in der Angebotssoftware hinterlegt, so dass bei bestimmten eingegebenen technologischen Parametern nur die Fabriken angezeigt werden, welche für die Technologie im Zusammen-hang mit dem angefragten Volumen freigegeben sind.«

Qualitätssicherung ist bei der asiatischen Fertigung ein besonders wichtiger Punkt. »Unsere Kunden können sich auch bei Leiterplatten aus China auf die gewohnt hohe Würth-Qualität verlassen«, versichert Benjamin Klingenberg, Leiter „Asia Sourcing«. Das beginnt schon bei der Auswahl der Fabriken. »Alle Partner haben mehrere Niederlassungen, doch wir nutzen nur bestimmte Niederlassungen und haben auch nur diejenigen auditiert und freigegeben.« Residential Engineers sorgen in den Fabriken vor Ort für hohe Qualitätsstandards. Sie begleiten die fabrikeigene Qualitätssicherung und die Produktionsprozesse und begutachten anschließend die Leiterplatten nach WE-Qualitätsstandardkriterien. Im Quality Design Center erfolgt eine stichprobenartige Prüfung durch Würth-Spezialisten. »Für Muster, hochlagige Produkte, strategisch wichtige Leiterplatten oder komplexe Aufbauten steht uns hochwertiges, eigenes Equipment zur Verfügung, mit dem die Leiterplatten bereits vor Ort geprüft werden können«, erläutert Klingenberg den QS-Prozess. »Wir können unseren Kunden also schon vor der Auslieferung aus dem Werk zusichern, dass diese Leiterplatten von eigenen WE-Technikern und nach unseren WE-Qualitätsstandards abgenommen wurden, was uns wiederum zu einem sehr unkomplizierten Partner macht.«

Sowohl die räumliche wie auch die kulturelle Distanz will Würth Elektronik mit einer strukturierten Supply Chain wettmachen. Klingenberg:  »Unser Kunde hat immer einen Ansprechpartner entweder im Innen- oder Außendienst. Die Brücke nach China schlägt WE Asia Sourcing mit Sitz sowohl in Deutschland wie in China. Die Kollegen in Deutschland sind für kaufmännische Aufgaben zuständig. Die Kollegen in Asien kennen Sprache und Kultur und sorgen dafür, dass europäische oder besser WE-Qualitätsansprüche eingehalten werden«.