Baby, Bonbon, Pizza Wo der 3D-Druck zum Nonsens wird

Baby, Bonbon, Pizza: Seit der CES in Las Vegas Anfang Januar ist der 3D-Druck in der Konsumer-Branche angekommen und wird in der Tagespresse zum Medien-Hype hochstilisiert. Einige neue Produkte aus dem 3D-Drucker sind allerdings eher weniger sinnvoll.

Billigdrucker für den Heimwerker holen eine neue (Technik-)Welt ins Wohnzimmer des Endverbrauchers. Bei den Druck-Objekten gibt es anscheinend fast nichts, was es nicht gibt. Der italienische Nudelfabrikant Barilla zum Beispiel denkt über Nudeln aus dem Drucker nach und das Gadget-Online-Potal Gizmag hat vor kurzem die erste Pizza aus dem 3D-Drucker vorgestellt. Guten Appetit!
Auch vor den Süßigkeiten macht der 3D-Druck nicht halt: Liz und Kyle von Hasseln haben auf der CES in einer Kooperation mit 3D Systems die ChefJet Serie vorgestellt, die auf Basis von zuckerhaltigen Grundstoffen, Bonbons drucken kann. So ganz billig ist der Spaß für den Hausgebrauch allerdings nicht: Die Drucker sollen 5000 und 10.000 US-Dollar kosten.

Die Grenzen des guten Geschmacks überschreitet – meines Erachtens –  das Angebot der Firma 3D Babies: Wer sich nicht mit einer 3D-Ultraschall-Aufnahme seines ungeborenen Kindes zufriedengeben möchte, kann sein Baby – oder besser gesagt seinen Fötus -  ab sofort als 3D-Druck aus Kunststoff bestellen. Das Baby aus dem Drucker kostet je nach Größe bis zu 800 Dollar.

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Nonsense aus dem 3D Drucker

3D-Drucker

Seriöse High Tech Anwendungen

Was aber durch diese mehr oder weniger sinnvollen „Anwendungsgebiete“ und der zum Hype aufgebauschten Konsumerisierung des 3D-Drucks in den Hintergrund  gedrängt wird: In der High-Tech-Industrie hat der 3D-Druck längst Einzug gehalten und kommt  schon seit Jahren zum Beispiel beim Rapid-Prototyping zum Einsatz. Darüber hinaus gibt es technisch auch sehr interessante und sinnvolle neue Anwendungen: So haben die Forscher der ETH Zurück zum Beispiel einen Roboter entwickelt, der mit unbekannten Objekten und Umgebungen klarkommen und sich je nachdem selbstständig reparieren soll. Im Gegensatz zu heutigen Robotern, die in der Regel nur bekannte Aufgaben ausführen können, wären solche intelligenten Maschinen in der Lage, komplexe Herausforderungen zu bewältigen – zum Beispiel auf einer Marsmission oder bei Aufräumaktionen an Orten wie Fukushima. Der Roboter arbeitet im Wesentlichen mit einer Kamera, einem mathematischen Algorithmus und einem eingebauten 3D-Drucker, der Heißleim verwendet. So kann er sich sein Messwerkzeug auf die aktuelle Aufgabe zugeschnitten selbst basteln. Derlei Beispiele gibt es noch mehr. Auch die MID-Technik könnte der 3D-Druck weiter beflügeln, wie die Markt&Technik in ihrer Ausgabe 6 berichtet hat.

Die technischen Möglichkeiten für diese Technologie sind zweifelsohne hoch –  sie einfach nur in die Gadget-Ecke zu stellen, wird ihr also bei Weitem nicht gerecht.