Vom EMS zum ODM »Wir wollen 10% unseres Umsatzes in (Süd-)Deutschland generieren«

Etwa 12 Prozent des Umsatzes werden derzeit am deutschen Standort von CCS in Hildesheim gefertigt
Etwa 12 Prozent des Umsatzes werden derzeit am deutschen Standort von CCS in Hildesheim gefertigt.

Seit 2011 hat sich der Umsatz der Schweizer CCS Gruppe fast verdreifacht und der Footprint deutlich ausgeweitet auf 13 Standorte weltweit mit mehr als 2000 Mitarbeitern. Mit einem zusätzlichen Business Manager für Süddeutschland will CCS nun sein Engagement in Deutschland weiter verstärken.

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CCS Group

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Was die CCS Gruppe besonders ausmacht, lässt sich eigentlich schon anhand der neuen Internet-Domain erkennen: Diese lautet www.CCSEDMS.com – EDMS steht für Electronic Design & Manufacturing Services und unterstreicht den Anspruch von CCS, nicht nur als Fertigungsdienstleister, sondern als Design-Partner früh in Kundenprojekte involviert zu sein. »Wir verfolgen einen ODM-Ansatz und starten, wenn immer möglich, in der Designphase mit dem Kunden und begleiten ihn von der Produktidee bis zum After-Sales«, fasst Group CEO Thomas Kaiser die Stoßrichtung von CCS zusammen.

Die Kunden nehmen dieses Angebot gerne an, aus gutem Grund, wie Kaiser erläutert: »Wenn man den ODM-Ansatz konsequent verfolgt, dann ist das für den Kunden natürlich sehr komfortabel, weil dadurch die Risikofragen beim ODM-EMS liegen. »Andererseits entstehen dadurch sehr intensive Partnerschaften mit dem Kunden durch den kompletten Lebenszyklus eines Produktes hindurch, und der Dienstleister ist nicht so einfach austauschbar. Als Komplettdienstleister entwickelt CCS ja nicht nur, sondern fertigt eben auch. Damit hat der Kunde die bestmögliche Variante aus der Wertschöpfungskette. Das unterscheidet uns zum Beispiel vom Ingenieurhaus, das zwar entwickelt, aber nicht produziert«, so Kaiser.

Den tiefgehenden Anspruch und die Vielseitigkeit spiegelt die 60-köpfige internationale Entwicklungsmannschaft wider: Von Elektronikdesign, Embedded Software, Hochfrequenz- und Kommunikationstechnik, über die Konzipierung und den Bau von Prüfsystemen und Unterstützung bei diversen Zulassungen, bis hin zum klassischen Box-Build-Design reicht das Angebotsspektrum von CCS als Design-Partner.« Unsere hauseigenen Ingenieure haben keine spezifische Applikationsausrichtung, entscheidend ist vielmehr der DfX-Support, also Design-for-Excellence. Rund 70 Prozent der Produktkosten werden durch das Design und die Konstruktion bestimmt. Das ist unser Mehrwert für den Kunden und nicht die Applikationsstoßrichtung«, führt Kaiser aus. 

Tief integriert ist CCS nach Auskunft von Kaiser in allen anspruchsvollen Märkten wie Bahntechnik, Medizintechnik und Industrieelektronik – auch im ATEX-Umfeld – und verfügt über die entsprechenden Zertifizierungen. »Durch den Merger mit Akatech sind wir auch in speziellen Segmenten des Automotive-Sektors sehr gut verankert«, so Kaiser weiter. 

Akquisitionen sind Teil der Wachstumsstrategie

Akquisitionen gehören nach den Worten von Thomas Kaiser seit 2011 zur Strategie von CCS und haben der Unternehmensgruppe seither ein signifikantes Wachstum beschert. Das Jahr 2011 markiert einen entscheidenden Meilenstein in der Unternehmenshistorie von CCS: Seit diesem Jahr gehört die vorher privat geführte Unternehmensgruppe zu großen Teilen einem Finanzinvestor. Durch die Mitbeteiligung des Managements ist die Kontinuität der Führung und die gemeinsame Stoßrichtung gesichert. Bis dahin bewegte sich das Umsatzvolumen deutlich unter 100 Millionen Euro – im Jahr 2011 verbuchte man etwa 65 Millionen Euro. Gleichzeitig war 2011 für Schweizer Unternehmen aufgrund der Währungssituation Euro/Franken ein fatales Jahr, »in dem sich die Spreu vom Weizen trennte«, sagt Kaiser. CCS ist es nach seinen Worten gelungen das operative Geschäft durch Hedging-Maßnahmen und Internationalisierung abzufedern. »Wenn man so aufgestellt ist wie wir, hat man eine Antwort auf solche Herausforderungen«, unterstreicht der CEO. 

Eine kluge Akquisitionsstrategie hat die Umsätze inzwischen fast verdreifacht. Stand Sommer 2015 plant Kaiser mit 180 Millionen Euro für 2015. Etwa 12 Prozent des Umsatzes werden derzeit am deutschen Standort Hildesheim gefertigt. Das Werk gehörte bis 2012 zur Gohlke Elektronik GmbH und wurde 2012 komplett von der CCS Gruppe übernommen, um den Footprint nach Deutschland auszuweiten. Durch den Merger mit der österreichischen AKAtech Gruppe im letzten Jahr wurde der Radius auf Österreich und die Slowakei ausgeweitet. Nach einer zweijährigen strategischen Allianz zwischen CCS und AKAtech hatten sich die beiden Unternehmen zu diesem Schritt entschlossen. »In Bezug auf unsere Positionierung „Systemintegration“ ermöglichte uns der neue Firmenverbund erweiterte Dienstleistungsperspektiven«, unterstreicht Kaiser. »Mit den neuen Standorten in Österreich und der Slowakei können wir innerhalb des DACH-Raums ein regional orientiertes und global tätiges Dienstleistungspaket bieten und gleichzeitig die strategische Lücke in Osteuropa schließen«.