Straschu: Mehr Leistungen aus einer Hand »Wir sind nicht »nur« EMS, sondern Systemhaus«

Seit Kurzem ergänzen die Kabelkonfektionierung und die Produktion von Frästeilen das Spektrum der »modEMS«.
Seit Kurzem ergänzen die Kabelkonfektionierung und die Produktion von Frästeilen das Spektrum der »modEMS«.

Modulare EMS-Leistungen oder kurz »modEMS« - unter diesem Begriff vermarktet das EMS-Unternehmen Straschu sein Dienstleistungsspektrum. Seit Kurzem ergänzen die Kabelkonfektionierung und die Produktion von Frästeilen das Spektrum der »modEMS«. Erweitert hat Straschu auch seinen Online-Angebot: Neu ist der Online-Shop für Bauteile, und künftig darf auf dem Straschu-Zukunftsportal sogar interaktiv diskutiert werden.

»Wir wollen die Wertschöpfungskette im eigenen Haus weiter ausbauen, um dem Kunden die Möglichkeit zu geben, kurzfristig von uns nicht nur eine Baugruppe zu bekommen, sondern auch die passende Kabelkonfektion«, erklärt Olaf Pannenborg, Vertriebsleiter von Straschu. In die Massenproduktion will Straschu mit dem neuen Service nicht vordringen. Ziel, so Pannenborg, sei weiterhin der Bereich »HighTech und kleine Stückzahlen«, also das klassische Low-Volume-High-Mix-Geschäft des Industriesektors inklusive Medizinelektronik und Luftfahrt. Der Maschinepark für die Kabelkonfektionierung steht bereits. Die Verarbeitung umfasst das Längen, Spleißen, Crimpen, Verpressen, Verzinnen, Löten, Schrumpfen und Prüfen. Präzisionsmaschinen verarbeiten dabei Flach- und Rundkabel, unrunde Kabel, Litzen und Koaxkabel. Trotz High-Tech-Maschinen: Um die Handarbeit kommt man bei der Kabelkonfektionierung nicht herum. Etwa 40 Prozent der Aufgaben erledigen die Straschu-Produktionsmitarbeiter per Handarbeit, so zum Beispiel spezielle Durchführungen, das Aufspleißen von Kabeln oder das Überziehen von Schrumpfschläuchen. Auch wenn diese Dienstleistung erst seit kurzem zum Straschu-Spektrum zählt: Die Akzeptanz bei den Kunden ist laut Pannenborg bereits sehr gut. Entsprechend ehrgeizig ist dann auch das Ziel des Vertriebsleiters: »Mittelfristig wollen wir mit diesem Bereich die 1-Millionen-Euro-Grenze knacken.«  

Besonders interessant sind für das erweiterte Dienstleistungsspektrum des EMS-Unternehmens die Segmente »Medizinelektronik« und »Luftfahrt«. Denn hier gibt es Anforderungen, die über das Standardgeschäft deutlich hinausgehen, angefangen bei der Fertigung der Baugruppen bis hin zum Prüfen der Komponenten. Bis 2012 will Straschu die Medizinnorm 13485 im Unternehmen einführen. »Die Medizinelektronik hat den großen Vorteile, dass sie ein Geschäft ist, das relativ beständig ist, also weder ausgeprägte Hochs noch Tiefs aufweist«, gibt Pannenborg zu bedenken. Zudem biete die Medizinelektronik Synergieeffekte, von denen auch andere Branchen profitieren, wie der Maschinenbau oder die Luftfahrt. So ein Synergieeffekt ist beispielsweise die Rückverfolgbarkeit, die immer mehr Kunden von ihrem EMS-Unternehmen fordern. Im Rahmen der 13485-Medizinnorm muss ein Fertiger die Rückverfolgbarkeit auf Bauteil-Chargen-Ebene sicherstellen. Branchenübergreifend, so Pannenborg, seien es bei Straschu derzeit etwa 30 von 100 Projekten, für die der Kunde eine solche Rückverfolgbarkeit fordert.

Auch die Produktion von Frästeilen gehört zum Dienstleistungsspektrum von Straschu. Neben Faserverbundstoffen für Löthilfen werden alle zerspanbaren Materialien bearbeitet, hauptsächlich geht es aber um Aluminium. Straschu liefert nicht nur einzelne Frästeile, sondern auch das komplette Gehäuse. Es geht auch hier nicht um den Massenbereich, sondern um die kleinen Serien, für die Straschu auch Entwicklungs-, Design- und Konstruktionsaufgaben übernimmt. Beispiele für solche Projekte sind gefräste EMV-dichte Vollgehäuse, Spezialkühlkörper oder die »intelligente« Gehäusefrontplatte: Dabei handelt es sich um eine gefräste, oberflächenbehandelte und bedruckte Frontplatte, die eine komplette Bedien-/Anzeige- und Schnittstellenmechatronik beinhaltet.