Industrie-4.0-Fertigung Wie werden Maschinen intelligent?

Wer seine Fertigung »Industrie 4.0«-fit machen möchte, braucht intelligente Maschinen. Doch heterogene Schnittstellen machen es oft schwer, diese in die Fertigungslandschaft zu integrieren. Der Linerecorder Sensor von ifm Datalink löst dieses Problem und sorgt für die Anbindung ans MES.

Dabei handelt es sich um ein  Software-Modul entwickelt, mit dem sich alle I/O-Link-Sensoren automatisch erkennen, parametrisieren und an ein MES (MES: Manufacturing Execution System) anschließen lassen.

Das Kernprodukt der Softwareschmiede ist das MES Linerecorder, das ursprünglich von Handke Industriesoftware entwickelt wurde. Seit August 2012 ist Handke Industriesoftware Teil der ifm Gruppe und bildet mit dem Software-Geschäft der ifm electronic die Tochter ifm datalink.  
»Ursprünglich wurden wir von der ifm Gruppe an mehreren Standorten unabhängig voneinander als MES-Anbieter ausgewählt«, berichtet Peter Erhard, Geschäftsführer von ifm Datalink, der bereits bei Handke für den Bereich »MES« zuständig war. 380 Software Firmen wurden seinerzeit für die Projekte evaluiert. Handke erhielt letztlich den Zuschlag. Seitdem sorgt der Linerecorder bei ifm für die geforderte Traceability von Automotive-Produkten. Außerdem möchte ifm mit Hilfe eines MES seine Anlageneffizienz steigern. Aus der einstigen Kunden-Lieferanten-Beziehung entwickelte sich schließlich die heutige Konstellation, nachdem sich der Gründer von Handke Industriesoftware zunehmend aus dem operativen Geschäft zurückgezogen hat.

»Der Linerecorder existiert selbstverständlich weiter und wird mit unverminderter Energie weiter entwickelt«, bestätigt Erhard. Auch seinen Namen hat das MES behalten. Denn obwohl Handke als kleinerer Spieler im MES-Markt begonnen hat, konnte sich das System innerhalb kurzer Zeit sehr gut im Markt etablieren. Zu den Referenzkunden zählen zum Beispiel Albonair, Autoliv, Bizerba, Bosch, Ersa, Leoni, IPTE und Zollner.

Der Linerecorder ist modular aufgebaut und wird nicht kundenspezifisch programmiert, sondern nur auf die jeweilige Maschine konfiguriert, und das ausdrücklich ohne Programmieraufwand. Der Linerecorder kann theoretisch auf jede Maschine in der Fertigungslinie zugreifen, ohne dass der Maschinenhersteller zu Rate gezogen werden muss. Das ist laut Erhard einer der wesentlichen Unterschiede zu den Tools anderer Anbieter: »Der Linerecorder ist ein fertiges Produkt, das sich aufgrund seines modularen Aufbaus an die Gegebenheiten beim Kunden anpassen lässt.« Die günstigste Version und damit die Installation für eine Maschine ist schon ab 2000 Euro erhältlich und sehr einfach über weitere Lizenzfreigaben modular erweiterbar. Erhard: »Unser Produktgedanke zielt darauf ab, dass ich sowohl eine als auch 1000 Maschinen abbilden kann.« So können kleine Fertigungsbetriebe mit einer Linie das System genauso gut einsetzen wie eine große Firma. Der Linerecorder ist webbasiert. Server-Kapazitäten vor Ort sind also nicht erforderlich. Remote kann der Kunde die Werte nicht nur über einen Standard-PC, sondern sogar über ein Smart Phone oder einen Tablet PC abrufen.  

Für die Intelligenz in Sensoren, Maschinen, Linien und Fabriken oder auch für Installationen in verteilten Werken sorgt der Linerecorder Agent. Er kommuniziert mit der Maschine, liest die Daten aus und gibt sie weiter. Dadurch lässt sich eine beliebige Vernetzung von Informationen in der Produktion umsetzen – und das mit einer ganzen Reihe von Kommunikationsschnittstellen. »Als MES-Hersteller gehören heterogene Schnittstellen zu unserem Tagesgeschäft«, erklärt Peter Erhard, General Manager von ifm Datalink.

»Gerade vor dem Hintergrund der Industrie-4.0-Thematik wollen wir das Thema Schnittstellen mit Hilfe von Software-Modulen für den Anwender so stressfrei  wie möglich machen, so dass der Anwender selber gar nichts mehr programmieren muss.« Oberste Prämisse: Die Technik muss für den Anwender intuitiv handhabbar sein. Schon die Fertigungsmaschinen-Landschaft ist geprägt durch einen Dschungel ganz unterschiedlicher Schnittstellen. Das kommt zum einen durch die Vielfalt der Maschinen zustand – vom Bestücker bis hin zur Kunststoff-Spritzgussmaschine –, zum anderen liegt es aber auch darin begründet, dass es nach wie vor keinen Schnittstellen-Standard gibt. Nun reicht der Einsatz eines MES-Systems alleine noch nicht aus, um eine Fertigung oder mehrere Standorte nach dem Prinzip »Industrie 4.0« zu vernetzen. »Als kleinste Einheit in der Fabrik werden dazu entsprechende Sensoren benötigt, die an den Linerecorder-MES-Agenten angeschlossen werden, so dass sich beispielsweise eine Maschine oder ein einzelnes Werkstück mit Hilfe von RFID identifizieren kann.