EMS-Forum Wenn Wachstum zur Herausforderung wird

CEOs und Manager von 14 Elektronik-Dienstleistern trafen sich zum Markt&Technik-Forum „Elektronikdienstleistungen – Chancen und Herausforderungen“. Bei aller Vielfalt der am runden Tisch vertretenen EMS-Firmen eint sie ein gemeinsamer Nenner: sattes Wachstum.

Die gute konjunkturelle Lage der Elektronikindustrie mit einem Wachstum von 8,7 % in Deutschland spiegelt sich auch in der EMS-Industrie in Zentraleuropa wider: Die Auftragsbücher sind voll, die Entwicklungsressourcen mehr als ausgelastet und die  Fabriken laufen auf Hochtouren. Das Wachstum der beim Markt&Technik-Forum vertretenen Firmen bewegt sich überwiegend deutlich über der weltweiten Steigerungsrate für die EMS-Industrie. Sie liegt bei 5,4 % für das vergangene Jahr.

  • Die BMK Group, einer der größten EMS in Europa, meldet laut Rainer Wagner, Geschäftsleitung Vertrieb und Einkauf, BMK, für das laufende Jahr eine Umsatzsteigerung von 5 % über Vorjahr: »Wir sehen, dass viele Kunden eine sehr starke Bedarfsentwicklung in unterschiedlichen Segmenten hatten.« Das, so Wagner, gelte nicht nur für Bestandskunden. Auch bei der Neukunden-Akquise ist BMK mit 15 Neuzugängen erfolgreich unterwegs.
  • Die starke Nachfrage konzentriert sich beim Mittelständler cms electronics vor allem auf Medizintechnik und Automotive, zwei sehr sensitive Felder, die vom EMS eine perfekte Traceability erfordern. »Wir haben in den letzten beiden Jahren sehr intensiv an der System­integration gearbeitet – um uns nicht nur in der Fabrik, sondern auch in der Kommunikation mit unseren Kunden weiter zu verbessern«, sagt Michael Velmeden, Geschäftsführer von cms electronics. Dem Unternehmen mit Hauptsitz im österreichischen Klagenfurt ist es im letzten Jahr erstmals gelungen, die 100-Millionen-Euro-Umsatz-Marke zu überschreiten – Tendenz weiter steigend. Ein Wermutstropfen ist nach Aussage von Velmeden allerdings die Materialverfügbarkeit, die über das gesamte Spektrum schwierig sei.
  • Sebastian Grundmann, zuständig für Operations East EMEA Region von Asteelflash, meldet ebenso weiteres Wachstum für die Gruppe. Als Grund für den Erfolg des weltweit agierenden EMS-Unternehmens, das zu den größten Europas zählt, nennt Grundmann das Wachstum bei Bestandskunden und die strategische Ausrichtung des Angebotes: »Wir haben unsere  Design-Services weiter in die Gruppe integrieren können und sind überzeugt davon,  dass unser globaler Footprint und der lokale Support der Kunden uns auch in Zukunft weiter erfolgreich machen wird.«
  • »Wir können auf ein sehr erfolgreiches letztes Geschäftsjahr zurückblicken, insbesondere in unseren neuen Geschäftsbereichen, die unsere EMS-Leistung in Form von kundenspezifischen Produkten und Lösungsbausteinen ergänzen«, erklärt Rüdiger Stahl, einer der Gründer und Geschäftsführer von TQ Group. Auf dieser „perfekten Welle“ surft TQ auch in diesem Jahr weiter. Stahl erwartet erneut eine Umsatzsteigerung, und zwar »im deutlich zweistelligen Bereich«. Die größten Herausforderungen liegen laut Stahl darin, der zunehmenden Komplexität im Entwicklungsbereich gerecht zu werden und die für das Wachstum erforderlichen (Personal-)Ressourcen zur Verfügung zu stellen.
  • Seit gut einem Jahr lenkt Oliver Seifert als Geschäftsführer die Geschicke von Neways in Riesa – ehemals BuS Elektronik. Mit einem zweistelligen Wachstum fällt seine Bilanz ebenso positiv aus. Aber auch Seifert sieht in der Bereitstellung der Kapazitäten für dieses Wachstum eine große Herausforderung, die durch die prekäre Verfügbarkeitssituation von Bauteilen noch zusätzlich befeuert wird.
  • Dr. Peter Schmitt, Business Director der CCS Gruppe, gibt einen Einblick in das von ihm vertretene Unternehmen mit Hauptsitz in der Schweiz: »Wir profitieren von der guten Konjunktur in DACH und rechnen mit einem zweistelligen Wachstum für 2017«, fasst Schmitt zusammen. »Unsere größte Herausforderung ist, diese Expansion an allen Produktions­standorten in Europa und Asien umzusetzen – auch von den Equipment-Ressourcen her.« Probleme bereite CCS – wie vielen anderen Unternehmen der Elektronikindustrie – die Bauteileversorgung, so Schmitt. »Wir versuchen, das möglichst gut mit unseren Kunden zusammen zu lösen.«