Lithium-Akkus Wenn Plagiate brandgefährlich sind

Die von BMZ entwickelten und produzierten High-Tech-Produkte werden weltweit in unterschiedlichen Produkten renommierter Anbieter eingesetzt.

Lithium-Akkus sind inzwischen ein viele hundert Millionen Euro schwerer Wachstumsmarkt, der aus Profitgier auch dubiose Anbieter anlockt. Marco Nover, Teamleiter Regional Vertrieb von BMZ, beobachtet das mit Sorge: Denn die schlechte Qualität von Lithium-Zellen oder -Akkus kann die Anwender in Lebensgefahr bringen.

Lithium-Akkus kommen inzwischen in vielen boomenden Anwendungsbereichen vor, angefangen von elektrischen Gartenscheren über Bohrmaschinen, portable medizinische Geräten, Elektro-Fahrzeugen und Fluggeräten bis hin zu stationären Akkus für die Speicherung Erneuerbarer Energien zum Einsatz. Als Entwickler und Hersteller intelligenter Akku-Systeme hat BMZ mit inzwischen weit mehr als über 1500 kundenspezifischen Designs innerhalb knapp zweier Jahrzehnte eine Spitzenposition auf diesem schnell wachsenden Markt erobert. 1994 gegründet, zählt das international agierende Unternehmen heute mit rund 250 Mio. USD Umsatz und Fertigungsstätten in Deutschland, Polen und China zu den führenden europäischen Akku-Konfektionären.

Die von der in Karlstein in der Nähe Frankfurts ansässigen Firma entwickelten und produzierten High-Tech-Produkte werden weltweit in unterschiedlichen Produkten renommierter Anbieter eingesetzt. Marco Nover weiß deshalb aus eigener langjähriger Erfahrung nur zu gut, wie wichtig Qualität und Sicherheit gerade im Hinblick auf die Lithium-Technologie sind, und wie gefährlich es sein kann, hier aus Profitgier oder anderen Abwägungen Abstriche in Kauf zu nehmen. »Ein gefälschter Widerstand oder Halbleiter-Chip kann sicherlich auch Schäden verursachen, aber bei Lithium-Zellen oder -Akkus kann sich die Verwendung minderwertiger Materialen, eine schlampige Fertigung oder eine unzureichende Endprüfung im wahrsten Sinn als brandgefährlich herausstellen; im Extremfall mit unabsehbaren Folgen für Hab, Gut und Leben«, so der Akku-Experte. Das Problem: Bei sachgemäßer Handhabung ist Lithium zwar nicht gefährlicher als viele andere Materialen auch, wenn es aber aus vorher genannten Gründen doch einmal zu Zwischenfällen kommt, kann sich Lithium bis zu 20000C erhitzen und folgeschwere, weil nicht lösch- sondern nur erstickbare Brände verursachen.

Nur wie vorbeugen? Der beste Schutz vor gefälschten Lithium-Zellen ist laut Nover noch immer, die benötigte Ware  direkt von den jeweiligen Zellen-Herstellern zu beziehen: »Wir haben unser vorausschauendes Beschaffungsmanagement im Laufe der Jahre soweit optimiert, dass wir unsere Einkäufe heute nahezu komplett über diesen Beschaffungskanal abwickeln können. Funktionieren kann so etwas in der Praxis freilich nur, wenn man mit seinen Lieferanten und Kunden bei der Abstimmung der Bedarfe sehr eng zusammenarbeitet.«
Das klingt in der Theorie erst einmal recht gut praktikabel, zumindest solange keine Komponenten vom freien Markt im Spiel sind. Aber auch BMZ muss ab und zu auf den freien Markt zurückgreifen, um Auftragsspitzen abzufedern. Wie stellen die Akku-Spezialisten in solchen Fällen trotzdem die Qualität sicher? »Um kein Risiko einzugehen, arbeitet BMZ hier nur mit absolut verlässlichen, erwiesenermaßen einen hohen Qualitätsstandard einhaltenden Partnern zusammen«, versichert Nover. Dass es in der knapp 20jährigen Firmengeschichte des BMZ trotz mehrerer Millionen bislang ausgelieferter Lithium-Akku-Systeme  noch nie gravierende Schadensfällen bei Kunden oder gar einer Rückrufaktion gegeben hat, ist letztlich auch das Ergebnis einer von Anfang an äußerst stringenten Qualitätspolitik, deren wichtigstes Ziel immer schon größtmögliche Sicherheit für den Anwender war. »Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern«, betont der Akku-Experte.  

Ganz gefeit vor gefälschten Produkten aus – vermeintlich – seriösem Hause ist aber auch BMZ nicht, wie Nover bestätigt: »Ich fürchte, es wird wohl auch kein einziges große Mengen an elektronischen Komponenten verbauendes Unternehmen geben, dem so etwas noch nie passiert ist. Erfreulicherweise haben wir bei BMZ  aber ein gut funktionierendes Qualitätsmanagementsystem, dass Plagiate bisher immer rechtzeitig entdeckt bzw. vorab in Tests ausselektiert hat.« Qualität fängt bei BMZ deshalb schon beim Wareneingang an: Die Karlsteiner führen strenge kaufmännische und qualitätstechnische Wareneingangsprüfungen nach international anerkannten Qualitätsregeln wie AQL (acceptable quality level) durch.  Die Grundlage dafür bilden einschlägige Werks- und Prüfnormen, wobei Art und Umfang der Qualitätsprüfungen die allgemeinen Vorgaben meist noch deutlich übertreffen. Sollten Zweifel an der Echtheit oder uneingeschränkten Funktionsfähigkeit einer Bauteilecharge auftauchen, werden von einem Spezialistenteam aus den Bereichen Technik und Qualitätssicherung weitere Tests, Simulationen oder beispielsweise auch Einbauversuche durchgeführt, bevor die Ware endgültig angenommen oder abgewiesen wird. Dies stellt sicher, dass als fehlerhaft oder potentiell verdächtig eingestufte Ware erst gar nicht in die Produktionskette einfließt. Damit fehlerhafte Komponenten oder gefälschte Waren versehentlich nicht wieder im Warenkreislauf landen, hat BMZ für solche Fälle sogar ein spezielles Sperrlager eingerichtet, zudem außer den autorisierten Mitarbeitern der Qualitätssicherung niemand  Zutritt hat.