BGR-Studie Weltgrößtes gesichertes Seltene Erden-Vorkommen liegt in Sibirien

Die Arktis erstreckt sich über mehrere Länder, darunter auch Russland.

Eine Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) gibt einen Überblick über die Rohstoffe der Arktis. Eine entscheidende Erkenntnis für die HighTech-Industrie: Am Rande des arktischen Ozeans in Sibirien schlummert das weltgrößte Seltene Erden-Vorkommen. Die Studie gibt es kostenlos zum Download.

In ihrer Reihe „Commodity Top News“ informieren die BGR Experten über mineralische Rohstoffvorkommen in Nordskandinavien, Grönland, der russischen und der nordamerikanischen Arktis.

„Die Arktis ist reich an Bodenschätzen und verfügt auch im Weltmaßstab über bedeutende Rohstoffvorkommen“, so der BGR-Wirtschaftsgeologe und Mitautor der Studie, Dr. Harald Elsner. Die arktischen Anteile der traditionellen Bergbauländer Norwegen und Schweden tragen bereits seit Jahrzehnten zur Rohstoffversorgung Europas bei. Auch in der nordamerikanischen und vor allem in der russischen Arktis stehen bedeutende Rohstoffvorkommen im Abbau, z. B. Nickel oder Platingruppenmetalle in der westsibirischen Region Norilsk und auf der russischen Kola-Halbinsel, die heute rund 17 % bzw. 25 % der Weltproduktion dieser Metalle ausmachen.

Am Rande des arktischen Ozeans liegt auch das weltgrößte Seltene Erden-Vorkommen Tomtor mit Vorräten von rund 154 Millionen Tonnen an Lanthan, Cer, Neodym oder Yttrium. Zudem enthält diese Lagerstätte über 73 Millionen Tonnen Nioboxid, einem weiteren Hightech-Metall, das zurzeit noch größtenteils aus Brasilien kommt. Welche Bedeutung dieses Vorkommen hat, zeigt auch die kürzliche Anordnung von Russlands Präsident Putin, diese Riesenlagerstätte zügig zu erschließen. Während die Existenz von Tomtor gesichert ist, haben die BGR-Wissenschaftler Zweifel an der Behauptung Nordkoreas, nordwestlich der Hauptstadt Pjöngjang selbst über das weltgrößte Seltene Erden-Vorkommen zu verfügen.

Auch über das große Rohstoffpotenzial Grönlands wird viel spekuliert – hier fasst die Studie die wichtigsten Informationen zusammen. Grönland ist besonders reich an Gold, Platin, Palladium, Seltenen Erden, Strontium und Uran. Zurzeit ist aber infolge der niedrigen Weltrohstoffpreise und der fehlenden Infrastruktur jeglicher Abbaufortschritt zum Erliegen gekommen.

In ihrer aktuellen Kurzstudie beschreiben die BGR-Experten auf 12 Seiten kompakt  die wichtigsten Vorkommen an Hochtechnologiemetallen, Edelmetallen, Eisen, Nichteisenmetallen, Edelsteinen sowie Industriemineralen und Naturwerksteinen in der Arktis. Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass die Gewinnung von Rohstoffen in vielen Regionen der Arktis – wie das Beispiel Grönland zeigt – in naher Zukunft eher eine Ausnahme bleibt als zur Regel werden wird.

Zum Download der Studie geht es hier.