Renaissance für eine etablierte Marke Weller hat wieder eine klare Identität

Die Weller Firmenzentrale in Besigheim

Nach dem Joint Venture der Tools Divisionen von Cooper Industries und Danaher Corporation zur Apex Tool Group im Jahr 2010 nutzte Cooper Tools die Gunst der Stunde und firmiert seit Kurzem wieder unter dem alten Markennamen »Weller«.

»Wir haben unsere Familienzugehörigkeit zu Cooper Tools beendet«, erklärt Stephan Hofmann, Geschäftsführer von Weller Tools, ehemals Cooper Tools. Die Renaissance der alten Identität betrachtet Hofmann als großen Gewinn für den etablierten Löttechnik-Hersteller, schließlich sei »Weller« eine seit 1959 eingeführte Marke, die für Qualität, Innovationsfreude und Zuverlässigkeit stehe, betont der Firmenchef. Weller ist etabliert und bekannt, warum also diesen Vorteil einfach verschenken? Klar war die Aufstellung von Weller nach außen in den letzten Jahren jedenfalls nicht. »Mit der Umfirmierung zur Weller Tools GmbH ist jetzt Schluss mit irgendwelchen Unklarheiten über die Marke und den Machern dahinter«, freut sich Hofmann. »Wir haben erkannt, dass selbst unsere Mitarbeiter weltweit sich immer schon zum Weller-Team zugehörig fühlten.«

»Wir sind nun kein Anhängsel mehr«
Das Weller-Geschäft war seit Jahren lokal separiert und aus den USA gesteuert. Im Rahmen des Joint Ventures erhält Weller nun die Möglichkeit wieder global und unter der Firmierung »Weller« zu agieren. Der globale Hauptsitz von Weller Tools ist in Besigheim, wo Weller bereits seit 50 Jahren ansässig ist. Rund 200 Mitarbeiter entwickeln und produzieren dort zentral für den Weltmarkt.
»Damit wird erstmals ein deutscher Standort in unserem amerikanischen Werkzeugkonzern für ein weltweites Geschäft zuständig«, freut sich Hofmann. Nun sei Weller kein »Anhängsel« mehr, sondern ein Schlüsselbereich innerhalb der Apex Tool Group. 
Weller als Anhängsel zu betrachten wäre sowieso tief gestapelt, denn immerhin ist das Traditionsunternehmen aus Baden-Württemberg Weltmarktführer in der manuellen Löttechnik. Mit einem jährlichen Umsatz von 350 Mio. Euro liegt Weller weltweit etwa bei einem Marktanteil von 35 Prozent. Zufrieden gibt sich Hofmann mit diesem Marktanteil aber noch nicht und sieht vor allem außerhalb von Europa noch viel Luft nach oben. Viel versprechend sind laut Hofmann vor allem China, Nord- und Südafrika aber auch in Brasilien sieht der Geschäftsführer noch Wachstumschancen für Weller. Brasilien, so Hofmann, entwickle sich im Schatten der Großen zu einem interessanten Fertigungsmarkt. Plus 12 Prozent strebt Hofmann für das laufende Jahr an Umsatzzuwachs im Vorjahresvergleich an, das wären dann etwa vier Prozent über dem prognostizierten Marktwachstum.

Die Markteintrittsbarrieren in die manuelle Löttechnik sind hoch, das Anbieterfeld dementsprechend dünn. Tiefgreifendes Spezialwissen verbunden mit einem entsprechenden Forschungsaufwand sind erforderlich, um in der Handlöttechnik mitspielen zu können. Einen besonderen Vorteil sieht Hofmann auch darin, dass viele der Handlötgeräte von Weller direkt aus den Anforderungen der Kunden heraus entstehen. »Wenn ein Kunde mit einem technischen Problem zu uns kommt, entwickeln wir ihm ein passendes Gerät. Aus solchen Sonderanfertigungen wird dann nicht selten ein Seriengerät, wenn der Markt dafür vorhanden ist«, so Hofmann. Und der Bedarf an Handlötgeräten wächst stetig, wie Hofmann bestätigt: Vor allem im Entwicklungs- und Forschungsbereich, aber auch in der Vorfertigung wird nach wie vor per Hand gelötet, genauso wie Prototypen oft noch manuell hergestellt und gelötet werden.
Am Prädikat »Made in Germany« will Weller auch weiterhin festhalten. Denn das ist laut Hofmann durchaus ein weltweites Verkaufsargument.

Indirektes Vertriebsmodell bleibt bestehen 
Das indirekte Vertriebsmodell über Katalog- und Spezialdistributoren will Weller auch künftig beibehalten. Die Produkte sind schließlich erklärungsbedürftig und allein die eigenen Vertriebsressourcen wären weltweit bei Weitem nicht ausreichend, um die erforderliche Kundenberatung zu leisten. Etwa 12 Prozent des Distributionsanteils entfällt auf die Katalogdistribution, 88 Prozent generieren auf Werkzeug- und Fertigungsequipment fokussierte Spezialdistributoren.