Analyse-und Werkstofftechnik bei Zollner »Was wir produzieren, müssen wir auch analysieren können«

Mit 30 Mitarbeitern ist die Analyse- und Werkstofftechnik bei Zollner Elektronik eine unabhängige Zentralabteilung. Für einen Mechatronik- bzw. EMS-Dienstleister ist dieser hohe Aufwand ungewöhnlich. Bei Zollner gehört die Expertise zum Grundverständnis.

Daraus erklärt sich auch der hohe Stellenwert, den der EMS der Analyse- und Werkstofftechnik beimisst. Drei eng zusammenarbeitende Fachbereiche bilden die Standbeine und bedingen sich schließlich auch gegenseitig. Viel Wert legt Zollner auf die Ausbildung und die Personalentwicklung in diesem Bereich. In der Analyse- und Werkstofftechnik sind Facharbeiter, Naturwissenschaftler und Ingenieure beschäftigt. Darüber hinaus bildet Zollner zum Werkstofftechniker aus.

Das richtige Material – die Qual der Wahl

»Die Beständigkeit von Materialien unter geplanten Einsatzbedingungen, der erwarteten fehlerfreien Funktion über die gesamte geplante Lebensdauer – das „Mission Profile“ –, setzt bereits für die frühe Produktentstehungsphase ein fundiertes Werkstoffwissen voraus. Die Materialcharakteristik, die Beständigkeit gegenüber Reagenzien und Umwelteinflüssen, technische Kennwerte und deren Grenzen bilden dazu nur einen kleinen Abriss des notwendigen Know-hows«, erklärt Stefan Penzenstadler, Leiter Analyse- und Werkstofftechnik von Zollner Elektronik. »Erfolgreich wird nur derjenige sein, der die Material-Kerndaten einer Produktentwicklung gemeinsam mit einer möglichen Produktionstechnik, exakt zugeschnitten auf alle Anforderungen des Produktes bereits in der ersten Beratung des Kunden zur Verfügung stellen kann.«

Dabei greift Zollner nicht „nur“ auf das hauseigene Know-how zurück, sondern arbeitet auch eng mit Forschungsinstituten, Hochschulen und Technologiepartnern/-Clustern zusammen, und das lange bevor aus einer Kundenidee ein fertigbares Produkt geworden ist. Entscheidend dabei ist nach den Worten von Penzenstadler aber auch, dass alle Akteure, die an einem Produktentstehungsprozess beteiligt sind, mit eingebunden sind: der Kunde, der Entwickler bzw. Produzent und der Material-Lieferant.

Unter dem Schlagwort Dfx reihen sich viele wertvolle Werkzeuge (Design for Manufacturing, Design for Testability usw.) auf, die bereits in der frühen Phase als Kontroll- und Planungsinstrument agieren.

Gepaart mit modernsten Methoden der Kommunikation spielt der direkte und schnelle Zugriff auf Bauteil-, Rohstoff- und Materialdaten global vernetzter Datenbanken für die Analytik bei Zollner eine entscheidende Rolle in diesem Abschnitt der Realisierung. »Gerade in der Produktentstehungsphase wird oftmals über Erfolg oder Misserfolg des Produktes entschieden. So kann eine unzureichende Materialauswahl sowohl die Projekt- als auch die Produktkosten trotz innovativer Idee an den Rand der Wettbewerbsfähigkeit stellen«, weiß Penzenstadler.

Der nächste Schritt der Produktentstehung, die Erstmusterphase, stellt dabei auch gleichzeitig das konstant notwendige Wechselspiel der Werkstofftechnik zur Analysetechnik dar.

»Eine getroffene Werkstoffauswahl erfordert immer eine angemessene Analytik mit der gleichen Dynamik der Neuerung. Die Analytik muss in der Lage sein, die im Datenblatt zugesicherten Eigenschaften oder in Vorversuchen gewonnenen Erkenntnisse während der Entwicklung, der Umweltsimulation und Qualifizierung sicherzustellen und zu überwachen«, schildert der Experte. Der strikten Bewertung von Analyseergebnissen zu Spezifikation (= zugesicherte Eigenschaft) und Applikation (= geforderte Leistung) kommt dabei eine Schlüsselrolle zu.