BMK legt weiter zu Wachstumsmotor Hidden Champions und “Made in Germany”

Stephan Baur, BMK
»Protektionismus, der unweigerlich zu einem Rückzug der USA als Wirtschafts-Weltmacht führen wird, kann ich mir beim besten Willen für 2017 nicht vorstellen. „Amercia first!“ heißt auch „rest oft he world last“.«
Stephan Baur, BMK: »Protektionismus, der unweigerlich zu einem Rückzug der USA als Wirtschafts-Weltmacht führen wird, kann ich mir beim besten Willen für 2017 nicht vorstellen. „Amercia first!“ heißt auch „rest oft he world last“.«

Der EMS-Dienstleister BMK erzielte 2016 wieder ein zweistelliges Wachstum. Das Erfolgsrezept? Eine gesunde Kunden-Balance zwischen Großunternehmen und klassischem Mittelstand. Auch die Zusammenarbeit mit Start-Ups gehört zur Unternehmensstrategie. Dazu Stephan Baur im Markt&Technik-Interview.

Markt&Technik: Beim Markt&Technik-EMS-Forum im Oktober 2016 waren alle Vertreter guter Dinge, was die Jahresbilanz anbelangt. Wie lief das Jahr für BMK?

Stephan Baur: Nach den starken 13 Prozent Umsatzwachstum in 2015 konnten wir diesen Trend auch im ersten Halbjahr 2016 fortsetzen. Zum ersten Mal haben wir im ersten Halbjahr mehr als 100 Mio. Euro Umsatz erzielt. Dieser Trend hat sich im zweiten Halbjahr bestätigt. Stand „Anfang Februar 2017“ konnten wir im zweiten Halbjahr einen Umsatz von 104 Mio € verbuchen.

Was ist das Erfolgsrezept von BMK?

Mit einem stabilen und ausgewogenen Geschäft in den Branchen Industrieelektronik, Medizintechnik, Telekommunikation, Automotive, Gebäudetechnik und Energietechnik konnten wir die Basis für für ein erfolgreiches Jahr schaffen.

Aber um konkret auf Ihre Frage nach dem Erfolgsrezept einzugehen: Wir haben viele Hidden Champions als Kunden. Als starke deutsche Mittelständler, um die uns das ganze Ausland beneidet, haben diese Kunden spezifische Anforderungen: Low Volume / High Mix, dynamisches SCM, Qualität sind hier keine Schlagworte, sondern essenzielle Faktoren, um mit dem Prädikat “Made in Germany” weltweit erfolgreich zu sein. Das ist für uns ein sehr substanzielles Geschäft, das uns schönes Wachstum beschert.

Damit aus seiner Firma einmal ein Hidden Champion wird, bedarf es starker Partner in der Anfangsphase. Sie fördern deshalb auch die Zusammenarbeit mit Start-Ups. Was muss ein Start-Up haben, um bei Ihnen Gehör zu finden?

„Gehör“ klingt jetzt ein bisschen von oben herab. Man muss sich auf Augenhöhe begegnen – das ist unser Erfolgsrezept. Durch das Verzahnen des spezifischen technischen Know-hows des Start-Ups mit dem branchenübergreifenden von BMK erhält das Start-Up Geschwindigkeit und Sicherheit beim Markteintritt - entscheidende Erfolgsfaktoren. In unserem Kundenkreis befinden sich mehrere Firmen, die sehr klein angefangen haben, also Start-Ups waren, die heute Branchengrößen sind.

Wie die Zusammenarbeit am besten funktioniert – dazu machen wir mit Digi-Key Electronics am 28. März 2017 eine Networking-Veranstaltung: „Ramp me up“. Dort wird aufgezeigt, wie Innovation in Buisness umgesetzt wird. Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie auf unserer Homepage www.bmk-group.de.

Neben dem Kerngeschäft, der Fertigung von Baugruppen und Systemen, hat sich BMK in den letzten Jahren auch bei der Entwicklung weiter verstärkt.

Ja das ist richtig. Unser Entwicklungsbereich hat sich seit der Gründung nach einer Lernkurve schön entwickelt.  Mit einem integralen Entwicklungsansatz, der die Produkte in den Phasen Design, Zulassungen, Test-/Prozessentwicklung, Automatisierung und Serienfertigung verantwortet, führen wir vielfältige Entwicklungsprojekte durch. Der Bedarf an versierter Entwicklungsunterstützung ist sehr hoch. Wir bekommen zunehmend komplexere Entwicklungsanfragen.

Wie erklären Sie sich diese steigende Nachfrage?

Viele Firmen, die ursprünglich in der Industrieelektronik heimisch sind, müssen sich jetzt über die IoT-Fähigkeit ihrer Applikationen - also z.B. Security und Connectivity - Gedanken machen. Viele Kunden stehen vor dem Problem, die bereits vorhandenen  Produkte und Systeme an die Cloud anzubinden. Dabei geht es um Embedded Firmware und Embedded Hardware für Systeme, die vorher nicht internetfähig waren. IoT ist ein Treiber für abstraktere Anwendungen in allen Bereichen. Jeder möchte seine Applikation remote betreiben, steuern, warten können und Anwendungsdaten gewinnen. Generell kann man sagen, dass durch das Thema IoT die Bereiche Embedded Systems, Wireless Communication, Low Power und Web-Applications stark gefragt sind. Darüber hinaus spielt das Thema Time-to-Market eine zentrale Rolle.