Precoplat feiert 40. Firmenjubiläum Vom Diskobetreiber zum Leiterplattenhersteller

Der Leiterplattenhersteller Precoplat feiert 40-jähriges Bestehen. Geschäftsführer Andreas Brüggen blickt auf erfolgreiche Jahre und eine vielversprechende Zukunft.
Der Leiterplattenhersteller Precoplat feiert 40-jähriges Bestehen. Geschäftsführer Andreas Brüggen blickt auf erfolgreiche Jahre und eine vielversprechende Zukunft.

Der Krefelder Leiterplattenhersteller Precoplat verdankt seine Existenz dem 70er-Jahre-Kultstreifen „Saturday Night Fever“. Heute zählt Precoplat zu den erfolgreichen KMUs der Branche und feierte vor Kurzem seinen 40-jährigen Geburtstag.

Im September 1977 hat Manfred Völker, der Stiefvater des heutigen Geschäftsführers Andreas Brüggen, das Unternehmen Precoplat gegründet. Im Jahr 1983 ging daraus die Tochtergesellschaft MicroCirtec hervor. Beide Firmen sind heute unter einem Dach angesiedelt.

Dabei ist die Historie der Firma höchst ungewöhnlich: In den frühen 70er-Jahren betrieb Völker eine Diskothek und wollte, inspiriert vom Film „Saturday Night Fever“, ein aufwändiges Licht- und Soundsystem in seiner Disco installieren. Er bat einige Elektrotechnik-Studenten um Hilfe, die eine damals noch nicht allzu bekannte Technik anwenden wollten: einzelne elektronische Komponenten wurden nicht mehr aufwendig verdrahtet, sondern auf mit Kupfer beschichteten Pertinaxplatten befestigt und diese dann so geätzt, dass die Bauteile durch Leiterbahnen miteinander verbunden waren.

Begeisterst von dieser Innovation, stellte Manfred Völker die notwendigen Materialien zur Herstellung dieser Leiterplatten bereit. Zusammen mit den Studenten baute er im Keller der Krefelder Disco einige Chemikalienbäder und kleinere Bohrvorrichtungen auf, mit denen die Studenten gemeinsam mit Völker experimentieren und natürlich sein neues Soundsystem bauen konnten. An der Fachhochschule sprach sich das „kleine Labor“ schnell herum, und auch insgesamt stieg das Interesse an den neuartigen Leiterplatten. Der wachsende Erfolg und die Technikbegeisterung Völkers führten schließlich zur offiziellen Firmengründung des Nordrhein-Westfälischen Leiterplattenherstellers. Vom einstigen Kellerkind entwickelte sich die Precoplat GmbH gemeinsam mit der MicroCirtec GmbH zu einem modernen mittelständischen Unternehmen mit heute 75 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 12 Millionen Euro.

Neben ein- und doppellagigen Leiterplatten fertigen die Krefelder bis zu 24-lagige Multilayer. Das Kundenspektrum des Unternehmens ist dabei breit gefächert und in den unterschiedlichen Branchen der Elektronikindustrie vertreten. Precoplat-Produkte sind in Windrädern renommierter Windkraftanlagenbetreiber ebenso zu finden wie in Kraftfahrzeugen, LED-Leuchten und Radios.

Entwicklung

Bereits im Januar des Jubiläumsjahres 2017 hat sich das hochgesteckte Ziel, die Produktionskapazität des Unternehmens zu erhöhen, durch die Inbetriebnahme einer zusätzlichen modernen Galvanikanlage erfüllt. Diese Kapazitätserweiterung zog zusätzliche Investitionen für den weiteren Prozessablauf nach sich. So hat Precoplat im ersten Quartal das Bohr-und Fräszentrum durch die Anschaffung neuer Maschinen erweitert. Im August folgte die Bestellung einer 8-Etagen-Presse, die es dem Leiterplattenhersteller erlaubt, seine Fertigungskapazität für Multilayer mehr als zu verdoppeln.

»Um international konkurrenzfähig zu bleiben, wird der Standort Krefeld auch weiterhin ausgebaut und gefestigt«, erklärt Andreas Brüggen. Für 2018 sind bereits weitere Investitionen in Höhe von einer Million Euro geplant, unter anderem in eine Chemisch-Nickel-Gold-Anlage. Demnächst soll auch der Online-Shop ein neues Gesicht erhalten.