Branchenausblick 2015 Verbände und Analysten prognostizieren stabile Auftragslage

Trotz geopolitscher Krisen und weltwirtschaftlicher Unwägbarkeiten fällt der Blick in die Kristallkugel für das neue Jahr relativ positiv aus: Die Bäume wachsen zwar nicht in den Himmel - aber sie wachsen.

Makroökonomisch geht der Internationale Währungsfonds davon aus, dass die Weltwirtschaft 2015 um 3,8% und damit wieder stärker als 2014 wachsen wird. Für die Gruppe der Industrieländer liegt die Prognose bei 2,3%, für die Schwellenländer bei 5,0%. Für die Eurozone ist der Ausblick für 2015 mit +1,3% zwar moderat, aber immerhin wird überhaupt Wachstum erwartet. »Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft liegen bei +1,5%. Dabei sollten insbesondere auch die Ausrüstungsinvestitionen wieder anziehen«, so ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann. »Schließlich blicken wichtige Abnehmerbranchen der Elektroindustrie wie Automobil- und Maschinenbau zuversichtlich auf 2015.«  So bleiben die deutschen Maschinenbauer für 2015 bei ihrer Produktionsprognose von +2%. Der Produktionswert könnte 2015 mit 205 Mrd. Euro erstmals die Schwelle von 200 Mrd. Euro überschreiten. »Unser bisheriger Auftragseingang hat dafür eine Basis gelegt. In den ersten zehn Monaten übertraf er sein Vorjahresniveau preisbereinigt um 2%«, berichtete VDMA-Präsident Dr. Reinhold Festge. Es gebe laut Festge allerdings nach wie vor unkalkulierbare Risiken, wie die Russland/Ukraine-Krise oder die nur schleppend in Gang kommenden Reformen in Frankreich und Italien sowie die das Wachstum hemmenden Gesetze der deutschen Bundesregierung aus den letzten Monaten. Chancen sehen die Maschinenbauer vor allem im Re-Industrialisierungsprozess in den USA. Auch die niedrigen Rohstoffpreise stimulierten die Weltwirtschaft. Zusätzlich helfe der gesunkene Außenwert des Euro. Festge: »Der überbewertete Euro hat in der Vergangenheit Marge gekostet und auch das eine oder andere Geschäft verhindert. Freilich gilt nach wie vor, dass für die Maschinenbauer eine gute Nachfrage wichtiger ist als ein niedriger Wechselkurs.«