Aus für »Made in Germany«? TV-Hersteller Metz ist insolvent

Der Firmensitz von Metz in Zirndorf bei Nürnberg.

Nach Loewe ist jetzt auch der deutsche TV-Hersteller Metz insolvent. Ähnlich wie Loewe litt auch das Traditionsunternehmen Metz zunehmend unter der Billigkonkurrenz aus Asien. Haben »Consumergeräte Made in Germany« ausgedient?

Nach Loewe kämpft also der zweite noch verbliebende und ebenfalls in Franken ansässige TV-Hersteller Metz ums Überleben. Für die 90jährige Firmeninhaberin Helene Metz dürfte das eine sehr bittere Pille sein. Sie übernahm nach dem Tod ihres Ehemannes und Firmengründers im Jahr 1993 mit knapp 70 Jahren die operative Verantwortung für das Unternehmen. Erst vor vier Jahren, also mit 86 (!) gab sie das operative Geschäft ab, soll aber laut Medienberichten noch regelmäßig in der Firma in Zirndorf zugegen sein. Helene Metz wurde 2008 sogar mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. 

Rauer Wind für Made in Germany

Gegen den Trend produziert Metz nach wie vor in Zirndorf bei Nürnberg und beschäftigt insgesamt rund 550 Mitarbeiter. Consumer-Elektronik aus Deutschland - so scheint es zumindest - ist vom Untergang bedroht. Wer teure Elektronik-Consumerware in Deutschland produziert, dem weht derzeit rauer Wind um die Nase. Die asiatischen Angebote sind für viele Konsumenten einfach zu verlockend. Und kosten - am Beispiel Fernseher - oft weniger als ein Drittel der in Deutschland produzierten Geräte.

Die Pleite kommt nicht überraschend. Rote Zahlen schreibt Metz schon seit längerem und immer wieder musste der Konzern Kurzarbeit anmelden.

Am Strategiewechsel wurde zwar gearbeitet, vielleicht aber zu spät. Lange sprach Metz vor allem die ältere Generation mit seinen Produkten an, ein Facelift sollte mit neuen Produkten, die im Sommer vorgestellt wurden, auch die Jüngeren Consumer anlocken. Auch das Vertriebskonzept wollte Metz umstellen und sich auch den großen Elektronik-Fachmärkten öffnen. Lange setzte das Unternehmen ausschließlich auf den qualifizierten Fachhandel.

Das Schicksal des Unternehmens Metz liegt jetzt nach 75jähriger Geschichte in den Händen des Insolvenzverwalters und Rechtsanwalts Joachim Exner aus der Kanzlei Beck & Partner. Er hatte auch die Insolvenz von Loewe begleitet.