Rettung für den insolventen EMS-Dienstleister TQ steigt bei SRI ein

Die TQ-Gruppe setzt ihren Expansionskurs fort: Der Auftragsfertiger und Embedded Spezialist wird Mehrheitsgesellschafter bei der insolventen SRI-Unternehmensgruppe. Der Kaufvertrag wurde am 21. Dezember 2012 unterzeichnet.

TQ erhielt unter mehreren Kaufinteressenten letztlich den Zuschlag. Die mittelständische SRI gehörte zu den größten EMS-Unternehmen in Deutschland bis es im Juli 2012 für alle Unternehmen der Gruppe Insolvenzanträge stellen musste. Seit dem 26.09.2012 wickelt die Geschäftsleitung die Insolvenz in Eigenverwaltung ab. Von den einst über 600 Mitarbeitern beschäftigt die Gruppe derzeit noch 347. Die Krise von SRI ist dem Umstand geschuldet, dass insbesondere die Marktentwicklung im Geschäftsfeld Umwelttechnik, auf die sich das Unternehmen seit 2009 stark fokussiert hat, durch die massiven Branchenprobleme der Solarindustrie in Deutschland zu einem drastischen Ergebniseinbruch führte.

Dass nun ausgerechnet TQ bei SRI einsteigt, ist auch für Branchenkenner durchaus überraschend. Denn TQ hatte erst im November den neuen Geschäftsbereich »Antriebstechnik« gegründet, um unabhängiger vom EMS-Geschäft zu werden, wie die Markt&Technik in ihrer Ausgabe 47/2012 berichtete.

Bislang entfallen etwa 85 Prozent des Umsatzes von TQ auf Dienstleistungen und 15 Prozent auf Eigenprodukte. Die TQ-Gruppe bietet als Elektronikdienstleister das komplette Leistungsspektrum von der Entwicklung über Produktion bis hin zum Service sowie kundenspezifische Produkte und Standardprodukte, insbesondere embedded Systeme, HMI-Systeme, M2M-Lösungen und Antriebssysteme. TQ beschäftigt an den Standorten Seefeld, Murnau, Peißenberg, Peiting, Wetter an der Ruhr, Chemnitz, Fontaines (Schweiz) und Shanghai (China) insgesamt mehr als 900 Mitarbeiter. Wie und ob TQ die SRI in die eigene Unternehmensgruppe integrieren wird oder ob SRI weiter als eigenständiges Unternehmen bestehen bleibt, dazu gaben beide Unternehmen bislang noch keine Auskunft.