Einstieg von TQ steht fest SRI erfolgreich in Eigenverwaltung saniert

Die Gläubiger der SRI Holding, SRI Radio Systems und SRI Logistics haben den Insolvenzplänen zugestimmt. Das Insolvenzverfahren ist damit abgeschlossen und dem Einstieg von TQ als strategischer Investor steht nichts mehr im Weg. 310 Arbeitsplätze bleiben erhalten.

TQ hatte Anfang Januar bekannt gegeben, bei SRI einsteigen zu wollen. Voraussetzung für diesen Einstieg war aber, dass sich die Gläubigerversammlung auf die Insolvenzpläne verständigt.

In den Insolvenzverfahren der Unternehmen der SRI-Unternehmensgruppe wurden in der Gläubigerversammlung beim Amtsgericht Kempten am 20.03.2013 die Insolvenzpläne der in Durach ansässigen Unternehmen von den Gläubigern angenommen.

»Sechs Monate intensive Arbeit haben sich gelohnt. Die Gläubiger wurden besser gestellt als bei einer Zerschlagung und erhalten schneller ihre Quote. Etwa 310 Arbeitsplätze wurden gesichert. Die Gestaltungsmöglichkeiten der Insolvenzordnung haben die kurzfristige Umsetzung einer Vielzahl von Sanierungsmaßnahmen zur Wiedererlangung der Ertragskraft des Unternehmens ermöglicht. Das zeigt, welche Möglichkeiten das Insolvenzrecht für den Erhalt von Unternehmen bietet«, so Rechtsanwalt Jörg Spies, der die Insolvenzpläne erstellt hat.

»Wir planen SRI als eigenständigen Standort der TQ-Gruppe mit den Schwerpunkten Telekommunikation, Automotive und weiteren Wachstumsbranchen weiterzuführen«, erklärt Detlef Schneider, Geschäftsführer von TQ.

Durch eine enge Zusammenarbeit mit TQ-Systems will das Unternehmen Marktpotentiale und bestehende Kundenbeziehungen besser nutzen«. TQ ist seit 1994 fast kontinuierlich im zweistelligen Prozentbereich pro Jahr gewachsen und konnte trotzdem aufgrund begrenzter Ressourcen viele Potentiale nicht ausschöpfen. Durch die Zusammenarbeit mit SRI soll das besser gelingen und weiteres Wachstum generierte werden.

Die Sanierung verbundener Unternehmen in Eigenverwaltung mit Insolvenzplänen ist schwierig, weil das deutsche Recht kein Konzerninsolvenzrecht kennt. Durch die Abwicklung der Verfahren der einzelnen Unternehmen mit Eigenverwaltung lassen sich die Voraussetzungen für die erfolgreiche Restrukturierung aber auch ohne Konzerninsolvenzrecht schaffen.

Entscheidender Auslöser der Krisensituation von SRI war insbesondere die Marktentwicklung im Geschäftsfeld Umwelttechnik, die durch die massiven Branchenprobleme der Solarindustrie in Deutschland zu einem drastischen Ergebniseinbruch führte. Hinzukamen drastische Umsatzeinbrüche mit einem wesentlichen Kunden im Bereich Telekommunikation. Das Unternehmen hatte Umsatzrückgänge von rund 200 Mio. EUR im Jahr 2011 auf rund 80 Mio. EUR im Jahr 2012 zu verkraften.