adidas setzt auf Industrie 4.0 Speedfactory fertigt Turnschuhe in Losgröße 1

Sportschuhe sind meist Massenware aus Asien. Die Speedfactory von adidas könnte jetzt das Label »Made in Germany« wieder auferstehen lassen. Sie soll Schuhe in Losgröße 1 vor Ort fertigen und wurde in das nationale Programm »Autonomik für Industrie 4.0« aufgenommen.

Das Projekt nimmt bereits konkrete Formen an: 2016 wird es nach Auskunft von adidas den ersten „Piloten“ in Deutschland geben.

Speedfactory wurde von der adidas Gruppe initiiert. Projektpartner sind die RWTH Aachen, Lehrstuhl für Textilmaschinenbau und Institut für Textiltechnik, KSL Keilmann Sondermaschinenbau GmbH, Johnson Controls und das zur TU München gehörige Institut fortiss. Das Projektteam der adidas Gruppe besteht aus Experten aus den Bereichen adidas Innovation, Global IT Innovation und Sourcing.
Die Speedfactory besteht im Kern aus einer Roboter-Anlage, die flexibel, lokal und auf kleinstem Raum produzieren kann. »Wir werden näher an die Konsumenten heranrücken und unsere Produkte dort fertigen, wo die Käufer sind«, erklärt  Gerd Manz, Senior Innovation Director von adidas. »Ich weiß zwar noch nicht, wie die Ergebnisse genau aussehen werden, aber ich sehe enormes Potenzial.« Innerhalb der Speedfactory will sich adidas im ersten Schritt auf die Fertigung von Schuhen fokussieren. Eine erste Pilotproduktion wird in 2016 in Deutschland in Betrieb genommen, gefolgt von den USA in 2017. »Die Möglichkeit, schnell zu agieren, wird für uns ein entscheidender Wettbewerbsvorteil«.  

Im Kern geht es darum, neue Impulse zu setzen und sich kontinuierlich zu verbessern. Im Laufe der letzten Jahrzehnte haben sich die Herstellungsmethoden in der Sportartikelindustrie erheblich verändert: von kleinen Unternehmen und Familienbetrieben – mit lokaler und manueller Produktion – hin zu Global Playern mit teils automatisierten Fertigungen und Konsumenten weltweit. Auch zukünftig  wird die Branche regelmäßigen Veränderungen ausgesetzt sein. »Die Verbindung von modernster Informationstechnologie mit Fertigungsprozessen und innovativen Produkten wird von entscheidender Bedeutung sein, um zukunftsweisende Antworten zu finden. Speedfactory wird in den nächsten drei Jahren unser Instrument sein, um herauszufinden, wie wir die Produktion der Zukunft gestalten können«, so Jan Hill, Senior Development Engineer von Adidas. Derzeit fertigt adidas etwa 95 Prozent seiner Waren in Fernost – setzt sich die Speedfactory  durch, könnte die Produktion zumindest bestimmter Warengruppen wieder verstärkt in Europa stattfinden. Und damit hätte das Prinzip der Industrie 4.0, so wie es von der Bundesregierung proklamiert wird,  eine weitere Erfolgsgeschichte zu verbuchen: Standortsicherung für die Produktion in Deutschland. Die fast schon revolutionäre Tragweite der Speedfactory hat das BMWi jedenfalls erkannt und fördert das Projekt im Rahmen der „Autonomik für Industrie 4.0“.

 

Zum Thema

Video: Die Highlights des Markt&Technik Spitzentreffens 2015
Über 50 Fachvorträgen an zwei Tagen: Markt&Technik Industrie 4.0 & Industrial Internet Summit
Die besten Fertigungsdienstleister gesucht: Wählen Sie den BestEMS 2015!