Erneuerbare Energien entwickeln sich zum neuen Eldorado für die Fertigung Sonnige Zeiten für EMS-Anbieter!

Im Durchschnitt etwa 10 Prozent erwirtschaften die von Markt&Technik befragten EMS-Unternehmen bereits mit der Fertigung von Anwendungen für erneuerbare Energien. Die Spannweite reicht dabei von Baugruppen für PV-Wechselrichter und Wechselrichtermodule für Windkraftanlagen, über LED-Anwendungen, bis hin zu Motorsteuerungen für die Elektromobilität. Und sogar der »E-Bike Hype» ist bereits bei einigen EMS-Firmen angekommen.

Die erneuerbaren Energien entwickeln sich als fruchtbarer Boden für die EMS-Unternehmen im deutschsprachigen Raum, wie allein diese Zahlen belegen: Bei Zollner Elektronik entfallen inzwischen 12 Prozent des Umsatzanteils auf Kunden der »erneuerbaren Energien«, bei der TQ-Group und cms electronics sind es 10 und bei BuS Elektronik 8 Prozent. Bei Umsätzen im zwei oder dreistelligen Millionenbereich, wie sie die deutschen EMS-Anbieter im Durchschnitt erwirtschaften, also durchaus ein sehr lukratives Geschäft: »Für die EMS-Anbieter ergibt sich hier ein enormes Potential, nicht nur wegen der aktuellen Situation bedingt durch Fukushima und den Atomausstieg, sondern auch aufgrund der kontinuierlich zunehmenden Elektromobiliät.« Aber, trotz aller Euphorie, dürfe man nicht vergessen, dass der Markt noch sehr volatil ist und starken Schwankungen unterworfen ist, gibt Wolfgang Heinz-Fischer Leiter, Marketing & PR der TQ-Group, zu bedenken.

Gefertigt werden je nachdem wie ein EMS aufgestellt ist, nicht »nur« elektronische Baugruppen, sondern auch Module und fertige Systeme und Geräte. So indifferent der Begriff »erneuerbare Energien« ist, so vielfältig sind auch die Anwendungen, die ein EMS-Unternehmen für dieses Segment fertigt: Baugruppen bzw. Module und Steuerungen für PV-Wechselrichter sind beinahe schon alltägliches Standardgeschäft. Darüber hinaus produziert beispielsweise cms electronics aber auch Steuerungen für Pelletöfen und energiesparende LED-Anwendungen für den Einsatz als Reklameleuchtschriften und Werbetafeln.

Neben den PV-Wechselrichtern zählen auch Wechselrichtermodule für Windkraftanlagen, LED-Applikationen und Ladesäulen für die Elektromobilität zum Fertigungsspektrum von Zollner. Die TQ-Gruppe ist ebenfalls bereits stark vertreten im Bereich erneuerbarer Energien. Zum Einen durch das TQ-Tochterunternehmen IES (Innovative Energie Systeme), das Photovoltaikanlagen plant und ausführt, zum Anderen im Hauptgeschäftsfeld »EMS«, das bei TQ nicht nur die Fertigung, sondern auch die Entwicklung entsprechender Produkte umfasst. Ein Schwerpunkt liegt hier bei TQ ebenfalls im Bereich Photovoltaik: Produziert werden unter anderem PV-Wechselrichter unterschiedlicher Leistungsklassen sowie Steuerungen für PV-Anlagen und Windkraftanlagen sowie Energiespeichersysteme und Smart-Metering-Anwendungen. Bund gemischt ist das erneuerbare Energien Spektrum auch bei BuS-Elektronik. Neben LED-Anzeigen und IGBT-Modulen fertigt das EMS-Unternehmen aus Riesa auch Netz- und Ladegeräte, Steuerungs- und Überwachungssysteme für Windkraftanlagen und Komponenten für Bremsenergierückgewinnung.

Ist auch der E-Bike-Boom bereits in der EMS-Branche angekommen? Zumindest einige der befragten EMS-Firmen können das mit »Ja« beantworten: Zollner und TQ fertigen bereits für diesen Bereich und cms electroncis ist »in finalen Gesprächen mit einem führenden E-Bike Hersteller aus Österreich«, freut sich Vertriebsleiter Erwin Stockinger.