Smart PCN-Manager ab Q1/2016 verfügbar SmartPCN läutet neue Ära in der PCN-Kommunikation ein

Ulrich Ermel, COG und TQ

»Es wird nicht mehr lange dauern, bis die Bedenken komplett aus der Welt sein werden..«
Ulrich Ermel, COG und TQ: »Es wird nicht mehr lange dauern, bis die Bedenken komplett aus der Welt sein werden.«

Um das Obsoleszenz-Management zu erleichtern, hat die COG mit SmartPCN 2.0 ein standardisiertes XML-Format für PCNs entwickelt. Ein Konverter-Tool, der Smart PCN-Manager, soll flankierend dazu die Bearbeitungssystematik vereinfachen. Sein Roll-Out ist für Q1/2016 geplant.

SmartPCN 2.0 ist ein XML-Übertragungsformat (PCN: Product Change Notifications), das frei verfügbar und seit August 2015 international als Marke eingetragen ist. SmartPCN gibt es als Version 2.0 seit 2013. Seither wurde es kontinuierlich verfeinert. Durch den Smart PCN-Manager verspricht sich die COG nun weitere Akzeptanz für sein Format, weil der Manager die Bearbeitungssystematik vereinfacht und automatisiert. »Die Zeit ist reif für eine Standardisierung und Automatisierung der PCN-Kommunikation«, betont Dieter Paatsch, Product Compliance von Festo. »Die immensen und stetig wachsenden Aufwände für das Obsoleszenz-Managment müssen ja von allen Firmen gestemmt werden. Der smartPCN-Standard ermöglicht eine deutliche Reduktion dieser Aufwände und ist dazu noch sehr einfach in bestehende Kommunikationsstrukturen zu integrieren. Da wundert es nicht, dass wir mit dem Konzept bei den potenziellen Anwendern auf großes Interesse stoßen. 

(Product Change Notifications)

Auch international ist SmartPCN aktuell in Diskussion bei vielen Halbleiterherstellern und Distributoren. »Es wird nicht mehr lange dauern, bis die Bedenken komplett aus der Welt sein werden«, ist sich Ulrich Ermel sicher, Vorstandsvorsitzender der COG Deutschland und Bereichsleiter der TQ Group. Entscheidend für diesen Durchbruch ist aber nach Ansicht von Ludwig Hiebl, Component Engineering von Zollner Elektronik, dass tatsächlich einer der größeren Distributoren auf diesen Standard umstellt. Und davon ist man vielleicht gar nicht mehr so weit entfernt: »An der Testphase ab Oktober werden mindestens ein oder zwei große Distributoren teilnehmen, so dass wir den gesamten Ablauf gut und praxisnah testen können«, verkündet Paatsch. 

Der SmartPCN-Manager wurde im Auftrag der COG entwickelt und bietet dem Hersteller oder Distributor die Möglichkeit, seine PCN-Daten in eine Maske einzugeben. Das Tool fungiert dann als Konverter und überträgt die PCNs in Form von xml an den Anwender. »Der SmartPCN Manager soll vor allen kleinen Unternehmen helfen, ihre PCNs automatisch zu verarbeiten oder zu konvertieren«, unterstreicht Anke Bartel, Vertriebsteamleiterin und Key Account Manager der BMK Group. Aber auch große Firmen wie Zollner sehen in SmartPCN entscheidendes Verbesserungspotenzial: »Smart PCN hat uns den Weg gezeigt, wie große Datenmengen in der Lieferkette automatisiert zugeordnet und verarbeitet werden können, um für alle Beteiligten den manuellen Aufwand so gering wie möglich zu halten. Auch wenn jetzt das Ziel noch nicht endgültig erreicht ist, wurden durch Smart PCN viele Detailverbesserungen des PCN-Prozesses erst möglich«, so Hiebl.    

Der Anwender hat mit Hilfe des SmartPCN Managers in der Tat viele Möglichkeiten: Er übernimmt die Daten direkt in sein ERP-System und wertet sie aus oder erstellt ein Tabellenblatt, ein pdf, etc. »Entscheidend ist, dass wir durch das Tool eine Möglichkeit schaffen, die vielen unterschiedlichen PC- Layouts, die von der Distribution und den Herstellern kommen, in ein Standard-Form zu packen und diese dann schneller und mit weniger Aufwand zu bearbeiten. Und wer entscheidet, welche Daten transportiert werden? Der Anwender macht das Mapping und entscheidet, welche Inhalte aus der Gesamtguideline er transportieren möchte. Durch eine direkte Anbindung der Systeme lässt sich die Arbeit des Abtippens und der manuelle Aufwand jedenfalls deutlich reduzieren. 

Bekanntlich werden Abkündigungs- oder Änderungsmitteilungen (PCNs) in zig tausend verschiedenen Varianten verschickt. Grob gesagt hat fast jeder Hersteller und jeder Distributor seine eigene PCN-Form. Derzeit arbeitet die COG nach Auskunft von Axel Wagner, Head of Consulting, Legal & Compliance von Würth Elektronik eiSos, daran, die Guideline mit dem entsprechendem Handbuch fertigzustellen. Das soll bis Anfang Oktober abgeschlossen sein: »Anschließend werden wir mit den im Vorfeld definierten COG-Mitgliedern und -Unternehmen in die Testphase mit der Guideline, dem Mapping Prozess und dem smartPCN Manager gehen, um dann ab Q1/2016 die eigentliche Roll-out Phase starten zu können. Wir werden dann komplexe PCN und PDN/EOL-Nachrichten auf die wesentlichen Daten in ein elektronisch auslesbares Format bringen und beispielhaft importieren und exportieren, einlesen und auslesen können und im Rahmen dieser Probephase mögliche Verbesserungen umsetzen.  

Ab Q1/2016 – ein genaues Datum gibt es bisher noch nicht – soll nach Auskunft von Dieter Paatsch der SmartPCN-Standard in Form der XML-Guideline gemeinsam mit dem smartPCN Manager und einem Handbuch auf der Homepage www.smartpcn.org zum Download bereitstehen.  Und damit wäre dann auch das bisher größte Akzeptanz-Manko für SmartPCN beseitigt: »Bisher hatten wir leider kein fertiges Produkt, das wir dem interessierten Geschäftspartner in die Hand hätten drücken können, damit er es gleich anwenden kann. Viele Firmen warten schon darauf, endlich die smartPCN anwenden zu können. Mit dem Rollout Anfang 2016 ist aber die Zeit des Wartens vorbei. Das wird ein Meilenstein in Richtung eines effizienten Obsoleszenz-Managements werden«, freut sich Paatsch. (zü)