SMT-Equipment Siplace will mit DEK weltweite Nummer 1 werden

Günter Lauber, ASM Assembly Systems: »Für mich ist Industrie 4.0 der logische und einzig machbare Schritt, um in der Fertigung noch weiter die Produktivität und den Output zu steigern.«

Seit August gehört DEK nun offiziell zur ASMPT-Tochter ASM Assembly Systems. Als CEO der gewachsenen ASM Assembly Systems verfolgt Günter Lauber ein ehrgeiziges Ziel: Das Unternehmen soll zur weltweiten Nummer 1 im SMT-Equipment-Markt werden.

Markt&Technik: Siplace und DEK sehen Ihren Worten zufolge nach dem Zusammenschluss große Wachstumschancen. Wie sehen diese gemeinsamen Chancen konkret aus?

Günter Lauber, ASM Assembly Systems: Zum einen sehe ich auf der vertrieblichen Seite Synergien: Wir werden unsere Vertriebsstruktur optimieren und dadurch unsere Marktdurchdringung erhöhen. DEK ist bisher bekanntlich vor allem über indirekte Kanäle, also Distributoren, am Markt präsent. Das heißt für uns, dass wir dadurch zusätzliche Vertriebsressourcen gewinnen. Das wird uns dabei helfen, weiter zu wachsen. Nichtsdestotrotz gilt aber weiterhin unsere Strategie, dass wir Best-in-Class-Drucker und -Bestückautomaten verkaufen. Jeder Kunde kann auch in Zukunft unsere Maschinen auch einzeln kaufen.

Aber auch auf Seiten der Produktentwicklung können wir künftig voneinander profitieren: Inspektion, Druck und Bestückung sind die Hauptschritte am Anfang der SMT-Linie. Wenn wir gemeinsam Tools entwickeln, die es ermöglichen, den Prozess noch besser zu kontrollieren und mögliche Fehler erst gar nicht aufkommen zu lassen, dann erzielen wir in den nachgelagerten Schritten und am Ende der Linie eine bessere Qualität. Damit spart der Kunde Zeit und Kosten und kann seine Kunden wiederum besser bedienen.

Gibt es personelle und Standort-Veränderungen durch den Zusammenschluss?

Unsere Strategie ist Wachstum – wir werden also, wie ich eingangs ja schon beschrieben habe, Synergien nutzen. Das kann für einige Mitarbeiter bedeuten, dass sich das Aufgabengebiet verändern oder erweitern wird. Wie bei jedem Zusammenschluss gibt es Überschneidungen in den Teams. Aber diese Ressourcen werden wir dazu nutzen, bestehende Aktivitäten noch weiter zu intensivieren. Durch den Zusammenschluss wird es jedenfalls keine Abbausmaßnahmen geben.

Bleibt das DEK-Headquarter bestehen?

Wir haben in der Drucker-Division weiterhin in Zürich und Weymouth die Hauptstandorte und in China eine weitere Druckerfertigung. Weymouth bleibt das Competence Center für die Druckprozesse. Dort sitzen äußerst versierte Druckexperten – warum also sollten wir diese Expertise verlagern? Das wäre eine unlogische Entscheidung. Fest steht jedoch, dass diese Entwickler eng mit unseren Entwicklungszentren in München und Singapur zusammenarbeiten werden. Aber noch einmal: Wir wollen Synergien nutzen und unsere Stärken weiter ausbauen und nicht reduzieren und abbauen!

Sie sprachen in unserem letzten Interview vor etwa 10 Monaten von möglichen Supply-Chain-Optimierungen. Was hat es damit auf sich?

Supply-Chain-Optimierungen wird es bei ASM Assembly Systems insgesamt weiter geben, z.B. haben wir Teile unserer Feeder-Fertigung nach Malaysia verlagert. Trotz dieser Veränderungen und obwohl wir einzelne Prozesse verlagert haben, sind hier in München zwischen 50 und 100 Mitarbeiter hinzugekommen.