Kollege Roboter in der THT-Fertigung »Roboter werden sich in der modernen Fertigung durchsetzen«

Helferlein für die THT-Fertigung: Ersas Roboplace

Ersa läutet mit seinem kollaborativen Roboter Roboplace eine neue Ära der Mensch-Maschinen-Kollaboration in der THT-Fertigung ein.

Der Roboter kommt vor der Selektiv- und Wellenlötanlagen zum Einsatz und verfügt über eine flexible, kollisionsfreie 2-Arm-Technik. Die Basis des Roboplace ist die YuMi-Robotertechnologie von ABB.

Bislang setzen nur wenige Unternehmen einen kollaborativen Roboter in der Flachbaugruppenfertigung ein. »Viele möchten das gerne, wissen aber nicht, wie«, so die Erfahrung von Ersa. Für all diejenigen hat Europas größter Lötanlagenhersteller vor kurzem auf der productronica eine interessante Lösung vorgestellt und betritt damit gleichzeitig neues Terrain: »Wir sehen großes Potenzial in der kollaborativen Robotik, speziell beim selektiven Löten. Unsere Kunden haben es oft mit weniger als zehn THT-Bauteilen, etwa Stecker, Kondensatoren oder Spulen, zu tun – bei enormem personellen Aufwand für die kontinuierliche Fertigung. Häufig sind es verkettete Produktionsanlagen, die aufgrund der Stückkosten einen bestimmten Durchsatz erreichen müssen. Die manuelle Bestückung bedeutet dabei für die Mitarbeiter nicht nur immer wiederkehrende, ermüdende Arbeit – zudem werden ’Springer‘ benötigt, falls eine Person ausfällt. Das führt zu unnötiger Mehrbelastung in der Fertigung. Beim Einsatz und der Zusammenarbeit von kollaborativen Robotern können sich die Mitarbeiter anspruchsvolleren Aufgaben zuwenden oder solchen, die den Roboter unterstützen«, schildert Rainer Krauss, Gesamtvertriebsleiter, Mitglied der Geschäftsleitung und Prokurist von Ersa.

Bei technisch anspruchsvollen Flachbaugruppen für die Industrie und den Automotive-Bereich sind THT-Bauteile fester Bestandteil. Steckerleisten, Kondensatoren, Drosseln oder Sonderbauteile, oftmals nur einige wenige Bauteile pro Flachbaugruppe, werden im Zulauf der Selektivlötanlage bisher manuell bestückt. Weil es sich oft um Fließfertigung mit kleinen Taktfolgen handelt, werden mehrere Mitarbeiter zum Bestücken eingesetzt, um den Takt aufrechterhalten zu können. Diese monotonen wiederkehrenden Arbeiten könnten künftig für kleine bis mittlere Stückzahlen Ersas Roboplace übernehmen.

Er solle aber keinesfalls den oder die Operator ersetzen, entkräftet Maschinenbauer Ersa die aktuell heiß diskutierten Vorbehalte gegen den Einsatz von Robotern in der Fertigung, sondern ermöglicht die weitere Spezialisierung der Mitarbeiter für höherwertige Aufgaben. Robplace soll dabei unterstützen, das Lean-Konzept in Verbindung mit der Smart-Factory umzusetzen.