Zahlen, Daten, Fakten productronica im Jubiläumsjahr mit vielen Innnovationen

Hauptpressekonferenz der productronica: Sitzend Rainer Kurtz, Fachbeiratsvorsitzender der productronica und stehend Falk Senger, Geschäftsführer der Messe München.

Was als Spinn-off vor 40 Jahren begann, hat sich inzwischen als führende Fachmesse für Elektronikfertigung etabliert. 1168 Aussteller aus 40 Ländern, davon über 90 Neuaussteller, kann die productronica im Jubiläumsjahr vermelden. Mit 12 internationalen Gemeinschaftsständen präsentiert sich die Messe erneut zu Recht als internationale Weltleitmesse.

Die Grande Dame der Elektronikfertigung zeigt sich dieses Jahr im neuen Kleid: Die bislang 19 unterschiedlichen Segmente wurden in eine neue Cluster-Struktur entlang der Wertschöpfungskette eingegliedert. Sonderschauen, wie die Sonderfläche zu Augmented Reality, Live-Demoshows sowie ein umfangreiches Rahmenprogramm ergänzenden die Ausstellungsfläche.

Zu den Highlight-Themen in diesem Jahr zählen Electronic Manufacturing Services, denen am zweiten Tag besondere Aufmerksamkeit zuteil wird: Um 15:00 Uhr wird auf dem PCB&EMS Marketplace in der Halle B im Round Table zum Thema EMS diskutiert. Im Anschluss folgt die Verleihung der BestEMS 2015.

»Konjunktur im Maschinenbau entwickelt sich seitwärts«

Im Maschinenbau, der Kernausstellerschaft der productronica, ist die Stimmung derzeit verhalten optimistisch, so der Tenor von Rainer Kurtz, CEO von Kurtz Ersa und VDMA Productronic. Die Fakten: Die Maschinenbauindustrie Deutschlands generiert aktuell insgesamt einen Umsatz von 212 Mrd. Euro. Auf die Elektronik-Maschinenbauer entfallen davon ca. 6,5 Mrd. Euro. Die im VDMA Productronic zusammengeschlossenen Maschinenbauer hatten 2015 ein Wachstum von 2,8 Prozent. Kurtz´ Firma Ersa hatte sogar ein Wachstum von 18 Prozent zu verzeichnen. »Den Umsatz in China haben wir sogar verdoppelt«, erklärt Kurtz. Dass das Jahr so gut lief, war laut Kurtz so gar nicht absehbar. Auch die Situation in China sieht der Experte derzeit entspannt.

Ein Trend, der offensichtlich wird, ist nach Auskunft von Kurtz die Tatsache, dass auch der Maschinenbau an sich immer »elektronischer« wird: »Wir vernetzen unsere Maschinen untereinander, und dazu brauchen wir natürlich auch Elektronik«, so Kurtz. Soweit das positive Moment.

Den Wermutstropfen sieht Kurtz in der eher verhaltenen Lage des Maschinenbaus insgesamt: »Die Konjunktur im Maschinenbau entwickelt sich seit Jahren seitwärts«, gibt Kurtz zu bedenken. Das sei natürlich generell keine zufriedenstellende Situation. Die Auslastung der Betriebe sei derzeit kurz davor, kritisch zu werden. »Der deutsche Maschinenbau könnte derzeit mehr Aufträge gebrauchen«, unterstreicht Kurtz Wir hatten im letzten Jahr einen Rückgang von 1,2 Prozent. Für dieses Jahr erwartet der VDMA Productronic laut Kurtz ± Null.

Die aktuell größten Abnehmer für den deutschen Maschinenbau sind die EU mit 44,5 Prozent und Ostasien mit 14,8 Prozent, wobei in dieser Region ein Rückgang von knapp 5 Prozent zu verzeichnen ist. »Die Maschinen, die wir hier bauen, entwickeln sich immer mehr weg von Standard hin zu Customized-Maschinen.« An Fachkräften mangle es nicht, aber die Qualität der Ausbildung könnte laut Kurtz noch besser sein. Als Wachstumsfelder nennt Kurtz Computer, Automotive und Industrial. Sehr stark wachsen das Thema IoT und Wireless Networks sowie die Produktion von Smart Devices wie Tablets.

Und 2016? Über 60 Prozent der Firmen erwarten ein Wachstum für 2016, »aber es gibt auch Unternehmen, die weniger gut dastehen«, so Kurtz. In der Summe sieht sein Verband 2016 2 Prozent Wachstum. Die Kapazitätsauslastung aktuell beziffert er bei 50 Prozent als normal und bei 21,8 Prozent übernormal. »Wir rechnen mit einem erhöhten Druck auf die Lieferzeiten. Die Kunden erwarten eine sehr hohe Geschwindigkeit von uns. Angebote müssen innerhalb weniger Tage vorliegen. Hier werden wir von unseren Kunden getrieben, die selbst aber auch wieder durch den Markt getrieben werden.«