Erneutes Überangebot drückt den Spot-Preis Polysilizium-Markt auf Achterbahnfahrt

Nach einer kurzen Erholung im Jahr 2013 steuert die Polysilizium-Industrie erneut auf ein Überangebot zu. Zu diesem Schluss kommt der jüngste Polysilizium-Marktreport von Bernreuter Research. Polysilizium ist der Rohstoff für die Photovoltaik- und Halbleiter-Industrie.

"Obwohl die Stilllegung einer Kapazität von insgesamt rund 135.000 Tonnen (t) seit 2011 das Problem des Überangebots kurzfristig gelöst hat, werden Neueinsteiger und wieder in Betrieb genommene chinesische Fabriken das Angebots-Nachfrage-Gleichgewicht spätestens 2015 wieder aus dem Lot bringen", sagt Johannes Bernreuter, Chef von Bernreuter Research und Autor des neuen Reports. Dementsprechend wird der Polysilizium-Preis auf dem Spotmarkt von 18 US$/kg Ende 2013 auf 16 $/kg bis Ende 2014 fallen, prognostiziert Bernreuter.

Nach vorläufigen Schätzungen von Bernreuter Research sank der globale Ausstoß 2013 um 4 % von 238.000 t im Vorjahr auf ungefähr 228.000 t. Der Rückgang beruht hauptsächlich auf einer geringen Auslastung im ersten Quartal. Dagegen stieg die neu installierte PV-Leistung 2013 mit einer zweistelligen Wachstumsrate auf etwa 36 Gigawatt (GW); somit konnten die großen Polysilizium-Lagerbestände, die aus dem Überangebot in den Jahren 2011 und 2012 resultierten, entscheidend reduziert werden.

Neue kostengünstige Kapazitäten drücken den Polysilizium-Spotpreis

2014 wird das starke Wachstum der PV-Industrie, die ungefähr 90 % der gesamten Nachfrage nach Polysilizium ausmacht, den Spotpreis zunächst nach oben treiben. Bernreuter Research deckt das breite Spektrum der Prognosen zu PV-Neuinstallationen mit drei Szenarien ab; sie reichen von
43 GW (niedrige Nachfrage) über 46 GW (Basis-Szenario) bis 49 GW (hohe Nachfrage). Im Szenario der hohen Nachfrage steigt der Polysilizium-Spotpreis in der ersten Jahreshälfte auf eine Bandbreite von 21 bis 24 $/kg, während er im Basis-Szenario 20 $/kg nicht überschreitet. In allen drei Szenarien fällt der Spotpreis jedoch bis Ende 2014 auf 16 $/kg.

Der Grund dafür sind neue kostengünstige Produktionskapazitäten von bis zu 66.000 t, die 2014 in Betrieb gehen; sie werden teure Hersteller aus dem Markt drängen und folglich den Spotpreis senken. Rund ein Drittel der neuen Kapazität basiert auf Wirbelschichtreaktor-Technologie, die Monosilan als Ausgangsstoff nutzt. Diese Technologie erlaubt eine hohe Silizium-Reinheit, erzielt aber gleichzeitig Produktionskosten, die im Vergleich zum etablierten Siemens-Prozess wesentlich niedriger liegen.
Deshalb sei ein anhaltender Preisaufschwung nicht in Sicht, resümiert
Bernreuter: "Spotpreise von 25 oder gar 30 $/kg, von denen einige Akteure in der Industrie träumen, werden zumindest in den nächsten drei Jahren eine Fata Morgana bleiben."

Mehr Details über den Polysilizium-, Solar- und Halbleiter-Markt liefert das 2014 Who's Who of Solar Silicon Production. Der 124-Seiten-Report enthält Prognosen zu Angebot, Nachfrage, Preisen und Produktionskosten von Polysilizium bis einschließlich 2017 sowie die jüngsten Firmen- und Technologie-Entwicklungen. Mehr Informationen über den Report gibt es unter:
http://www.bernreuter.com/de/shop/polysilizium-markt-reports/2014-edition/report-details.html