Keine Elektronik in Feindeshand Pentagon setzt auf selbst zerstörende Elektronik

Bild: DARPA

Im letzten Jahr haben US-Wissenschaftler Elektronik entwickelt, die sich selbst kontrolliert in Wasser auflösen kann. Elektronik, die sich selbst zerstört, will künftig auch das US-Militär einsetzen.

Ziel des Projektes ist es, dass sich kritische Elektronik, die bei Einsätzen des Militärs in zurückbleibt, nicht dem Feind in die Hände fällt, sondern nach einem bestimmten Zeitpunkt selbst zerstört, indem sie sich auflöst.

Daran arbeitet die Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA), der  Forschungsbereich des Pentagon. Dabei geht es vor allem um Funkausrüstung und Sensoren. Die Bauteile, die im Defense-Sektor zum Einsatz kommen, sind normalerweise äußerst robust und temperaturresistent. Das hat nun den einen Nachteil, dass elektronische Geräte, die das Militär bei Einsätzen im Feld zurücklassen muss, teilweise noch funktionieren. Theoretisch wären für den Finder solcher Geräte also Rückentwicklungen möglich.

Um das zu verhindern, setzen die Forscher des Pentagon nun auf die transiente Elektronik. So bezeichnen die Forscher die Elektronik, die sich selbst auflösen kann. Das im letzten Jahr vorgestellt Prinzip beruht auf zwei wissenschaftlichen Entwicklungen: Die Elektronik dazu zu bringen, sich überhaupt aufzulösen und eine Außenhaut zu schaffen, die es ermöglicht den Zeitpunkt zu kontrollieren. Dazu verkapseln die Forscher die wasserlöslichen Geräte in Seide. Die Struktur der Seite bestimmt die Geschwindigkeit, mit der sich die Membran auflöst – das können Minuten, Tage, Wochen oder auch Jahre sein.

Allerdings benötigt dieser Ansatz Wasser, damit er funktioniert. »Wir suchen jetzt nach Optionen, Elektronik zu fertigen, die genau so lange hält wie nötig, deren Zerfall aber nicht davon abhängt, dass sie ins Wasser eingetaucht wird«, erklärt Alicia Jackson, Program Manager bei der DARPA. Wie das funktionieren soll, dazu gaben die Forscher allerdings noch keine Auskunft. Eine weitere Herausforderung ist die Robustheit der neuen Elektronik. Denn schließlich müssen die Geräte trotzdem den gängigen MIL-Standards entsprechen und unter den harten Einsatzbedingungen absolut zuverlässig funktionieren.