Bilderbuchehe zwischen Europa und Asien Nach der Siplace-Übernahme: Rekordergebnis für den ASM-Konzern

W. K. Lee, CEO von ASMPT und Günter Lauber, CEO ASM Assembly Systems, sind sich einig: „Zusammen werden wir die Nummer Eins in der Elektronikfertigung!“

Trotz aller kultureller Unterschiede entwickelt sich die Übernahme von Siplace durch den Halbleiterequipment-Hersteller ASM Pacific Technology zu einer Bilderbuchehe zwischen Europa und Asien. Die Akquisition war für ASMPT der erste Schritt nach Europa. Der Sprung ins kalte Wasser zahlt sich aus: Der Konzernumsatz von ASM stieg im 1. Halbjahr 2011 um 48,8 Prozent auf das Rekordergebnis von 944 Mio. US-Dollar.

Rund ein Drittel steuerte ASM Assembly Systems, wie der Bestückungsautomaten-Hersteller Siplace seit der Übernahme zum Januar 2011 heißt, zu diesem Rekordumsatz bei. Strategisch macht die Akquisition von Siplace den ASM-Konzern aus Singapur zum derzeit weltweit einzigen Anbieter, der Equipment und Know-how für die gesamte Prozesskette von der Wafer-Produktion über das Chip Assembly und Packaging bis hin zur SMT-Bestückung bieten kann. ASMPT selbst ist seit 2002 der weltweit führende Anbieter von Chip Assembly-, Lead Frame- und Bonding-Automaten für den Bereich Chip Assembly und Packaging.

W. K. Lee, CEO von ASMPT betont anlässlich der Pre-Productronica-Pressekonferenz in München die angestrebten Synergiepotenziale einer weiter verstärkten Zusammenarbeit in den Bereichen der Komponenten-Entwicklung und beim optimierten Sourcing über interne Fertigung oder Einkauf und Lieferanten. Vertrieblich soll das SMT-Geschäft von ASM Assembly Systems von der guten Vernetzung des ASM-Konzerns mit Kunden und Märkten in Asien profitieren. Hier ist der SMT-Spezialist bisher bei großen, international operierenden Kunden sehr erfolgreich, aber weniger in der Breite der regionalen Fertiger präsent. Auf die Frage nach seinen mittel- und langfristigen Erwartungen verweist W. K. Lee auf das Ziel von ASMPT und ASM Assembly Systems: „Zusammen werden wir die Nummer Eins in der Elektronikfertigung.“

Auch Günter Lauber, CEO von ASM Assmbly Systems, zieht auf der Pressekonferenz eine positive Bilanz der ersten neun Monate und der Integration in den ASM-Konzern. So haben die beiden Firmen die teils großen kulturellen Unterschiede zwischen Asien und Europa bislang gut in Einklang gebracht, wie der Firmenchef versichert. Statt wie bei Akquisitionen oft üblich mit Restrukturierungen Mitarbeiter und Kunden zu verunsichern, habe das Management des ASM-Konzern das Siplace-Team, dessen Management und globale Cluster-Organisation beibehalten und damit den Fokus des Teams weiter auf Kunden und Märkte gerichtet. So habe sich ASM Assembly Systems im aktuellen Boom nicht mit Umstrukturierungen aufhalten müssen, sondern sich erfolgreich auf die Anforderungen von Kunden und Märkten konzentrieren können. Der Erfolg zeigt sich für Lauber darin, dass ASM Assembly als neuer, eigenständiger SMT-Geschäftsbereich sofort positiv zu Umsatz und Gewinn der ASM-Gruppe beitragen konnte.