Online Auktion am 5. November Multek vor dem Ausverkauf

Europa ist jetzt nur noch ein grauer Fleck auf der Multek-Landkarte. Werke gibt es noch in den USA und in China.

Im Oktober hat der Leiterplattenkonzern Multek das deutsche Werk in Böblingen aus Rentabilitätsgründen geschlossen. Das Equipment daraus wird am 5. November versteigert – eine gute Gelegenheit für Schnäppchenjäger.

Die Auktion führt Hilco Industrial durch. Zum Verkauf stehen zum Beispiel fünf Nassprozess-Linien, eine OEM/Lauffer Laminat Presse, Beschichtungsanlagen, Hochgeschwindigkeits-Bohrer, AOIs, diverse Werkzeuge und Generatoren. Auch das Kantinen-Interieur sowie Büro-Maschinen kommen unter den Hammer. Eine genaue Liste steht auf der Hilco Industrial Webseite zur Verfügung. Die Anlagen können vorab mit Termin besichtigt werden. Auskunft gibt es unter mwehner@hilcoglobal.eu.

Der Leiterplattenriese Multek ist eine Tochter des Fertigungsunternehmens Flextronics. Insgesamt beschäftigte Multek bos vor Kurzem etwa 12.000 Mitarbeiter. Wie hoch die aktuelle Mitarbeiteranzahl nach der Konsolidierung ist, dazu gibt es aktuell keine Angaben. Derzeit betreibt Multek noch Werke in den USA und in China. Aus Europa ist der Konzern nun komplett verschwunden. In Böblingen sind von der Schließung 400 Arbeitsplätze betroffen. Multek selbst ist mit einer Stellungnahme zurückhaltend. Aber es ist kein Geheimnis, dass der Konzern künftig vor allem auf die Leiterplattenfertigung in Asien setzt. Der Standort Böblingen gehörte seit 1998 zu Multek. Vorher gehörte das Werk Hewlett-Packard. Inzwischen ist Multek Teil des Flextronics-Konzerns.

Die Leiterplattenbranche in Deutschland leidet unter den Dumpingpreisen aus Asien und - mehr oder weniger unbemerkt von der Öffentlichkeit - mussten im letzten Jahr mehrere kleinere Hersteller Insolvenz anmelden bzw. schließen. Auch in Böblingen ging es schon seit Jahren bergab. So kommt das Anfang des Jahres beschlossene Ende des Böblinger Werkes nicht ganz überraschend.  Bereits im letzten Jahr hat Multek dort etwa 130 Mitarbeiter abgebaut.