Werksschließung Multek in Böblingen steht vor dem Aus

Die Dumping-Konkurrenz aus Asien hat ein weiteres Opfer auf dem deutschen Leiterplattenmarkt gefordert: Der Leiterplattenriese Multek, Tochter des Fertigungsunternehmen Flextronics, schließt sein Böblinger Werk. Betroffen sind 400 Arbeitsplätze. Ein schwarzer Tag für die deutsche Leiterplattenbranche.

Multek selbst ist mit einer Stellungnahme zurückhaltend: Bislang war die Meldung nur in der Stuttgarter Zeitung zu lesen. Laut Angaben des Multek-Betriebsrates könnte das Werk im September geschlossen werden.

Der Standort Böblingen gehört seit 1998 zu Multek. Vorher gehörte das Werk Hewlett-Packard. Inzwischen ist Multek Teil des Flextronics-Konzerns, der aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Situation diesen Schritt beschlossen hat, so die Stuttgarter Zeitung.

Insgesamt beschäftigt Multek - noch - rund 12.000 Mitarbeiter weltweit und betreibt derzeit 10 Werke, vor allem in Asien. Das Werk in Minnesota wurde nach Angaben der Stuttgarter Zeitung Ende letzten Jahres allerdings "umgewidmet". Anscheinend setzt der Konzern in Zukunft ausschließlich auf Asien, was für die Leiterplattenherstellung nur typisch ist. Die Leiterplattenbranche in Deutschland leidet unter den Dumpingpreisen aus Asien und - mehr oder weniger unbemerkt von der Öffentlichkeit - mussten im letzten Jahr mehrere kleinere Hersteller Insolvenz anmelden bzw. schließen. 

Auch in Böblingen ging es schon seit Jahren bergab, wie die Stuttgarter Zeitung weiter berichtet: 

"Nach Angaben des Betriebsrats und der IG Metall kommt das Ende für das Werk Böblingen nicht überraschend. Bereits im vergangenen Jahr wurden nach Hörmanns Angaben etwa 130 Arbeitsplätze abgebaut. Dabei kam es nicht zu Entlassungen; die Beschäftigten verließen das Unternehmen auf der Grundlage eines Interessenausgleichs und Sozialplans mit Abfindungen."