Stückzahlen, von denen man bislang nur träumen konnte MID-Bauteile: Die Laser-Direkt-Strukturierung auf der Überholspur

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Endlich! Die MID-Technologie ist aus dem Forschungs- und Entwicklungsstadium ausgebrochen. Molded Interconnect Devices – kurz MIDs – entwickeln sich zum Standard – vor allem in Asien.

Molded Interconnect Devices sind Kunststoffteile, die elektrische Leiterbahnen tragen. Sie können quasi als dreidimensionale Leiterplatte fungieren. Die Branche spricht von räumlich spritzgegossenen Schaltungsträgern und von der Funktionalisierung der Bauteile! So lässt sich mit der MID-Technik beispielsweise die Miniaturisierung effektiv vorantreiben. Laut »Forschungsvereinigung 3-D MID« bietet die Technologie ein »enormes technisches Rationalisierungspotenzial«.

Dennoch, die »normale« Leiterplatte wird die MID-Technologie gewiss nicht ablösen - darauf zielen die Macher auch gar nicht ab. Bei bestimmten Anwendungen stellt die Technik jedoch eine durchaus sinnvolle Alternative zur herkömmlichen Konstruktion mit der Leiterplatte dar. Das potenzielle Anwendungsfeld ist dabei breit gefächert.

Daher wird der MID-Ansatz schon seit Jahrzehnten von den unterschiedlichen Unternehmen und Forschungseinrichtungen diskutiert. Denn so vielversprechend die Funktionalisierung der Kunststoffbauteile auch erscheinen mag, sie ist nicht neu!  Neu ist nur, dass man mit ihr richtig gut Geld verdienen kann.

Der Blick in den jüngsten Geschäftsbericht von LPKF - einem Hersteller von Laser-Direktstrukturieren zur Herstellung von MID-Bauteilen - belegt mehr als deutlich den Durchbruch der Technologie. Obwohl im Krisenjahr 2009 das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland um 5 Prozent geschrumpft ist und insbesondere der Maschinenbau massive Umsatzrückgänge beklagen musste, hat LPKF das beste Jahr in seiner Firmengeschichte hingelegt! Bereits im Laufe des Jahres 2009 hat der Konzern seine Umsatz- und Ergebnisprognose erhöht – und diese am Jahresende dennoch übertroffen. Die Zahlen sprechen für sich: Der Umsatz stieg im Jahr 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent auf ca. 51 Mio. Euro; das EBIT erreichte 7 Mio. Euro und lag damit ebenfalls deutlich über dem Vorjahreswert.