Trotz Insolvenz Leiterplattenhersteller Greule produziert weiter

Erneut ist ein kleiner Mittelständler aus der Leiterplattenindustrie in Bedrängnis geraten: Der Leiterplattenhersteller Greule musste am 29. Oktober einen Insolvenzantrag stellen. Die Produktion läuft aber unvermindert weiter.

„In den ersten Gesprächen mit Kunden und Lieferanten haben wir positive Signale erhalten, dass sie weiter mit Greule zusammenarbeiten wollen. Wenn das so bleibt, können wir den Betrieb schnell stabilisieren und dann auch finanziell wieder auf ein dauerhaft tragfähiges Fundament stellen“, teilten Geschäftsführer Jörg Heinrich und der vom Amtsgericht Pforzheim bestellte vorläufige Insolvenzverwalter, Marc Schmidt-Thieme von der Kanzlei Hoefer I Schmidt-Thieme, heute mit.

Heinrich und Schmidt-Thieme informierten heute bei einer Belegschaftsversammlung die insgesamt 113 Mitarbeiter am Standort Engelsbrand bei Pforzheim über den aktuellen Stand und das vorläufige Insolvenzverfahren. Das Wichtigste für die Mitarbeiter: An ihren Arbeitsverhältnissen ändert sich aktuell nichts, alle Mitarbeiter bleiben weiter beschäftigt. Damit sie zeitnah auch wieder Lohn- und Gehaltszahlungen erhalten, hat der vorläufige Insolvenzverwalter bereits die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes für die Mitarbeiter auf den Weg gebracht.
Der Insolvenzantrag war notwendig geworden, nachdem Gespräche über die Verlängerung einer Immobilienfinanzierung überraschend gescheitert waren. Greule befand sich zuvor bereits in der Restrukturierung und verzeichnete dabei auch erste Erfolge, nachdem bedingt durch den Niedergang der Photovoltaik-Industrie in Deutschland und den Ausfall einiger Kunden die Umsätze seit 2011 rückläufig waren. Bis dahin waren Zulieferungen von Leiterplatten für die Photovoltaik-Branche ein Wachstumstreiber für Greule. Noch 2011 hatte man im Zusammenhang damit Modernisierungen des Maschinenparks und Kapazitätserweiterungen vorgenommen.

Das 1954 von Fritz Greule gegründete Unternehmen produziert heute in den Werken Engelsbrand und Langenbrand Leiterplatten vor allem für die Anwendungsbereiche Antriebstechnik und Medizintechnik sowie für Photovoltaik, Maschinenbau, Kommunikations-, Mess- und Regeltechnik. Etwa 80 Prozent des Umsatzes von zuletzt rund 12 Mio. Euro werden in Deutschland erwirtschaftet, 20 Prozent auf dem europäischen Markt.

„Das ist ein sauber geführter Betrieb mit einer modernen Produktionsausstattung und einer breit gefächerten Kundenbasis. Wenn diese Kunden uns weiter die Treue halten, und dafür werden wir alles tun, dann können wir die Sanierung im Insolvenzverfahren erfolgreich abschließen“, so Schmidt-Thieme.

Ein Restrukturierungskonzept ist bereits erstellt, muss jetzt aber noch an die Erfordernisse des Insolvenzverfahrens und im Hinblick auf die Suche nach neuen Investoren angepasst werden.
Weitere Informationen finden Sie in der beigefügten Pressemitteilung. Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.