Recycling-Quote von über 95 Prozent Innovatives Recycling von Elektronikschrott

Eine der modernsten Recyclinganlagen hat in Nürnberg den Testbetrieb aufgenommen. Mitte 2011 soll die vollständige Inbetriebnahme der Anlage erfolgen, mit der deutlich mehr Metalle und Kunststoffe als bisher zurückgewonnen werden können.

Die von Adamec Recycling entwickelte Anlage erreicht in der ersten Ausbaustufe eine rohstoffliche Recyclingquote von mehr als 95 Prozent. In mehreren Schritten erfolgt die Zerkleinerung der Altgeräte bis auf Größen von weniger als 1 mm. Dabei schließt sich jedem Zerkleinerungsprozess unmittelbar ein Trennvorgang an, der die unterschiedlichen Materialien sortenrein abliefert. Am Ende der Verarbeitung bleibt nur noch ein Staubgemisch zurück, das aktuell der thermischen Verwertung zugeführt wird.

Nach Angaben des Firmeninhabers Thomas Adamec hat dieses Staubgemisch »ein Volumen von ca. 5 Prozent des ursprünglichen Materialvolumens der recycelten Geräte«. Nach heutigem Stand sei die Recyclinganlage mit ihrer Verarbeitungstiefe und der rohstofflichen Recyclingquote »weltweit einmalig«. Neu ist zum Beispiel, dass mit dem Recyclingverfahren auch die mit halogenhaltigen Flammschutzmitteln belasteten Kunststoffe identifiziert und ausgeschleust werden können. Das Ergebnis sind unbelastete Kunststoffe, die wieder problemlos stofflich zu verwerten sind. Auf diese Weise kann bei der Neuproduktion der Einsatz von neuen Kunststoffen reduziert werden. Bisher bestand die Gefahr, dass beim Recycling Kunststoffe mit hochtoxischen Dioxin- und Furanverbindungen entstehen.

Zusammenarbeit mit der Fraunhofer Gesellschaft 

Zur weiteren Optimierung der Prozesse arbeitet Adamec Recycling in Kooperation mit der Fraunhofer Gesellschaft auch an einer Verwertungsmöglichkeit der nach dem letzten Arbeitsschritt anfallenden Stäube. Sobald diese Stäube auch der Wiederverwertung zugeführt werden können, steigt die Recyclingquote der modernen Anlage auf nahezu 100 Prozent.

»Mit unserer Investition in die neue Recyclinganlage für Elektronik- und Elektroaltgeräte leisten wir einen aktiven und richtungsweisenden Beitrag zum Umweltschutz«, betont Thomas Adamec. Das Investitionsvolumen des mittelständischen Recyclingbetriebs aus Fürth beträgt rund 10 Mio. Euro. Davon wurden durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) nach Prüfung durch das Bundesministerium rund 1,5 Mio. Euro aus dem Umweltinnovationsprogramm zur Verfügung gestellt. Nach dem Testbetrieb, der hauptsächlich der Feinjustierung aller Abläufe dient, wird im Sommer die vollständige Inbetriebnahme der Anlage erfolgen. Die Planung sieht derzeit eine jährliche Verarbeitungskapazität von mehr als 35.000 Tonnen Elektroaltgeräte vor.