productronica 2015 Industrie 4.0 - Chancen und Herausforderungen

Falk Senger, Messe München: »Zum 40. Geburtstag freuen wir uns auf 1200 Aussteller und rund 38.000 Besucher aus aller Welt, die in die bayerische Landeshauptstadt reisen, um die neuesten Produkte aus der Elektronikfertigungsindustrie zu zeigen beziehungsweise zu sehen.«
Falk Senger, Messe München: »Zum 40. Geburtstag freuen wir uns auf 1200 Aussteller und rund 38.000 Besucher aus aller Welt, die in die bayerische Landeshauptstadt reisen, um die neuesten Produkte aus der Elektronikfertigungsindustrie zu zeigen beziehungsweise zu sehen.«

Große Chancen, aber auch Herausforderungen: Industrie 4.0 ist eines der zentralen Themen der productronica 2015 in München. Markt&Technik sprach mit Falk Senger, Geschäftsführer der Messe München, über weitere Highlights und Neuigkeiten, die die Messebesucher in diesem Jahr erwarten.

Markt&Technik: Die productronica feiert in diesem Jahr ihren 40. Geburtstag. Sie startete 1975 mit einer interessanten Innovation …

Falk Senger: Das waren die Live-Demonstrationen der 94 Aussteller, damals ein absolutes Messe-Novum. Die Teilnehmer – insgesamt waren es knapp 4000 – waren voll des Lobes über diese Neuheit. Die productronica war ja als Spin-off der electronica – damals noch im Messegelände auf der Theresienhöhe – gestartet, und das Ziel war es, eine praxisbezogene Veranstaltung zu schaffen. Jetzt, 40 Jahre später, freuen wir uns auf 1200 Aussteller und rund 38.000 Besucher aus aller Welt, die in die bayerische Landeshauptstadt reisen, um die neuesten Produkte aus der Elektronikfertigungsindustrie zu zeigen beziehungsweise zu sehen. 

Auch dieses Mal gibt es etwas Neues, die productronica präsentiert sich mit einer neuen Cluster-Struktur. Wie sieht sie aus?

Pünktlich zum 40-jährigen Jubiläum hat sich die Weltleitmesse einer Verjüngungskur unterzogen. In enger Zusammenarbeit mit Ausstellern und Verbänden haben wir die Veranstaltung optimiert: Die bislang 19 unterschiedlichen Segmente wurden in eine neue Cluster-Struktur entlang der Wertschöpfungskette eingegliedert. Die fünf neuen Cluster sind: SMT, PCB & EMS, Semiconductors, Future Markets sowie Cables, Coils & Hybrids.

Worin sehen Sie die Vorteile der neuen Cluster-Struktur?

Die kleinteilige Segmentierung der Messe wurde der Entwicklung der Elektronikfertigungsbranche nicht mehr gerecht. Mit der klaren Clusterung fassen wir zusammen, was zusammengehört. Damit erhalten die Teilnehmer einen optimalen Überblick über die Vielfalt der Elektronikfertigung. 

Wohin bewegt sich die Branche? Sehen Sie einen Trend?

Industrie 4.0 ist schon klar eines der Themen, das die Branche sehr bewegt. Das industrielle Internet der Dinge verändert die Voraussetzungen für die Produktion und die Fertigung von Elektronik grundlegend: Durch die Entwicklung hin zur »vernetzten Fabrik« werden Produktionsstandorte und Wertschöpfungsketten in Zukunft digital verbunden sein. Das bringt viele Vorteile, stellt Unternehmen jedoch gleichzeitig vor erhebliche Herausforderungen. 

Was tut die productronica, um den Besuchern zu helfen, die Herausforderungen zu meistern?

Wir haben ein Forenprogramm gestaltet, das sich mit diesen Fragen beschäftigt. Auf dem CEO Roundtable am ersten Messetag diskutieren leitende Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Industrie und Politik zum Thema »Cyber Security – Challenges for the Manufacturing Industry«. Und auch der Highlight-Tag »Fertigung von Industrieelektronik« widmet sich umfassend den unterschiedlichen Themen rund um intelligente Software-Lösungen, Vernetzung und Industrie 4.0. 

Wie passt die IT2Industry in dieses Konzept?

Die IT2Industry ist eine Fachmesse und Open Conference für intelligente, vernetzte Arbeitswelten. Die Produkte und Services, die auf der IT2Industry im Rahmen der Weltleitmesse präsentiert werden, bilden das Bindeglied zwischen der klassischen Fertigung und der vierten industriellen Revolution. Dabei beleuchten wir umfassend, was Industrie 4.0 in der Elektronikfertigung heißt und wohin der Trend in der Elektronikindustrie geht – von industriellen IT-Sicherheitskonzepten über Cloud Computing, Big Data & Analytics und Software Engineering bis hin zu Energieeffizienz. Im Rahmen des Clusters „Future Markets“ liegt der Fokus hingegen auf Hardware-relevanten Themen, beispielsweise welche Möglichkeiten cyber-physische Systeme bieten. 

Welche weiteren Schwerpunkte werden abgedeckt?

Einen Fokus legen wir im Rahmen der Highlight-Tage zudem auf die »Fertigung von Automobilelektronik« und »Electronic Manufacturing Systems (EMS)«. 

2015 wird erstmals der „productronica innovation award“ verliehen. Was wird ausgezeichnet, und wann erfolgt die Verleihung?

Mit dem „productronica innovation award“ gibt es erstmals einen unabhängigen Preis für die Elektronikfertigungsbranche. Die innovativsten Produktneuheiten und Fertigungsverfahren werden in fünf Kategorien prämiert, die den fünf Clustern entsprechen. Alle Aussteller der productronica 2015 haben damit die Gelegenheit, sich einem weltweit einmaligen Forum eindrucksvoll zu präsentieren. Die Resonanz aus der Branche ist hervorragend – bereits über 70 Innovationen wurden eingereicht. Die Gewinner werden auf der Hauptpressekonferenz am ersten Messetag bekanntgegeben, die Verleihung erfolgt dann am Dienstag Abend im feierlichen Rahmen beim Get-Together. 

Insgeamt erwartet die Besucher ein umfangreiches Angebot. Haben Sie ein Tip, wie sie am besten an die für sie relevanten Informationen kommen?

Über 1200 Aussteller, drei Foren, vier Diskussionsrunden, eine Sonderschau und zahlreiche Hands-on Sessions – die Besucher sollten sich gut vorbereiten. Alle Vorträge und Termine finden sie in der Online-Termindatenbank. Ich persönlich bin schon sehr neugierig auf den CEO Roundtable am ersten Messetag und die Sonderschau »Electronics.Production.Augmented.«. Hier werden Abläufe innerhalb von Produktionsmaschinen virtuell dargestellt.