Zestron »In der Nische lässt es sich gut wachsen«

Der Ingolstädter Mittelständler Zestron zählt zu den Weltmarktführern im Bereich der Elektronikreinigung für die SMT-Fertigung. Von der Krise spürt Zestron wenig – im Gegenteil: »Unsere neue Firmenzentrale mit Europas größtem technischem Zentrum für die Elektronikreinigung soll für weiteres Wachstum sorgen«, so Geschäftsführer Ralph Hoeckle.

Sie investieren mitten in der Krise in großem Umfang – wie war das überhaupt finanziell möglich?

Ralph Hoeckle: Dank der langfristigen Unternehmensstrategie unseres Eigentümers Dr. Oskar Wack fließen unsere Gewinne neben der Investition in Forschung und Entwicklung auch stets in den räumlichen und personellen Ausbau der Firma. Außerdem ist das 3400 qm große Grundstück für das neue Firmengebäude bereits seit 30 Jahren im Besitz unseres Firmengründers, was die Investition von mehreren Millionen Euro in den Neubau ermöglichte.

Der Neubau ist ja nicht »nur« ein Firmengebäude, sondern beherbergt auch ein neues technisches Zentrum für Reinigungsversuche. Was versprechen Sie sich von dieser Investition?

Mit der neuen Firmenzentrale wollen wir den wachsenden Markt- und Kundenanforderungen noch besser gerecht werden. Und das ermöglicht uns insbesondere das neu errichtete technische Zentrum für Elektronikreinigung. Mit 1000 qm ist es doppelt so groß wie bisher und damit in dieser Form das größte in Europa. Hier stehen unseren Kunden kostenlos Reinigungsanlagen führender Hersteller sowie alle gängigen Reinheits- Analyseverfahren für Tests zur Verfügung. Unsere Kunden haben, begleitet von unseren Prozessingenieuren, die Möglichkeit, in Reinigungsversuchen und anschließenden Oberflächen- und Reinheitsanalysen den für sie optimalen Reinigungsprozess zu ermitteln. Darüber hinaus hat das neue Gebäude natürlich auch deutlich mehr Bürofläche, um den durch unsere Expansion bedingten steigenden Mitarbeiterzahlen gerecht zu werden.

Und warum setzen Sie gerade jetzt auf Expansion?

Nicht erst jetzt, sondern schon seit der Gründung steht Zestron für weltweites Wachstum und Expansion. Aber besonders in Krisenzeiten lässt sich zusätzliches Geschäft durch Verdrängung gewinnen, und genau dieses Potenzial wollen wir durch optimalen Kundensupport ausschöpfen, indem wir international in neue Standorte und weitere Mitarbeiter investieren. So sind wir rund um die Uhr in der Lage, weltweit schnelle und persönliche Betreuung anzubieten. All das wird uns gestärkt aus der Wirtschaftskrise hervorgehen lassen.

Was zeichnet Zestron als Mittelständler besonders aus?

Jüngster Beleg für unseren Erfolg als Mittelständler ist unsere Platzierung auf Rang 44 unter den »Top-100-Wachstumschampions im Mittelstand«. Regional belegen wir in dieser Studie sogar Platz 1. Die Voraussetzungen dafür waren unter anderem ein durchschnittliches jährliches Wachstum von über 10 Prozent und eine führende Weltmarktposition im entsprechenden Segment.

Wir investieren außerdem regelmäßig ca. 10 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung und verfügen über zahlreiche Patente für unsere Produkttechnologien. Zudem arbeiten wir eng, aber unabhängig mit allen führenden Herstellern von Reinigungsanlagen zusammen und können unseren Kunden somit den kompletten Reinigungsprozess aus einer Hand bieten, bestehend aus Reiniger, Anlage und Analytik. Auch unsere mittelständische Firmenkultur mit kurzen Kommunikationswegen und hoher Flexibilität trägt dazu bei, dass bei Zestron ein ausgeprägter globaler Teamgeist herrscht und sich die Mitarbeiter für die Firma engagieren.

Wie hat sich Zestron in den letzten Jahren weltweit entwickelt?

Seit der Gründung 1990 können wir jährlich ein zweistelliges Wachstum verbuchen. Inzwischen ist Zestron durch die Produkttechnologien MPC (Micro Phase Cleaning) und FAST (Fast Acting Surfactant Technology) zum globalen Marktführer für Reinigungschemie für die Elektronikfertigung avanciert. Mit eigenen Firmenstandorten in den USA, Asien und Europa können wir im Gegensatz zum Mitbewerb auf technische Zentren und qualifizierte Mitarbeiter auf allen drei für die Elektronikfertigung entscheidenden Kontinenten zurückgreifen.