Deutsche Elektroindustrie Im Sog der Weltwirtschaft

Dr. Andreas Gontermann, ZVEI
Dr. Andreas Gontermann, ZVEI

Trotz teils turbulenter Rahmenbedingungen verlief das Jahr 2014 im Rahmen des Erwarteten. ZVEI-Chefvolkswirt Dr. Andreas Gontermann zieht Bilanz und wirft einen Blick ins neue Jahr.

Trotz der im Verlauf des vergangenen Jahres immer ungünstiger gewordenen globalen Rahmenbedingungen hat die deutsche Elektrobranche von Januar bis September 2014 ihre preisbereinigte Produktion um 2,4 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum steigern können. Der Umsatz der Unternehmen (der auch Dienstleistungen und Handelsware mit einschließt) legte in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres ebenfalls um 2,4 Prozent auf 126,5 Mrd. Euro zu. Zeitgleich stiegen die Exporte (inklusive Re-Exporten) um 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 122,0 Mrd. Euro. Unter dem Strich lag die bisherige Entwicklung der Elektroindustrie damit im Rahmen der moderaten Erwartungen. Zur Erinnerung: Bereits im Dezember 2013 hatte der ZVEI - Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie erstmals seine 2014er-Prognose von einem realen Produktionsplus in Höhe von 2 Prozent und einem damit verbundenem Umsatzanstieg auf 170 Mrd. Euro formuliert. 

Heterogene Entwicklung der einzelnen Fachbereiche

Freilich haben sich die verschiedenen Fachbereiche der Elektroindustrie auch 2014 wieder sehr unterschiedlich entwickelt. So sind die Erlöse des mit Abstand größten Fachzweigs, der Automation, von Januar bis September des vergangenen Jahres mit 34,5 Mrd. Euro mehr oder weniger stagniert. Im Bereich der Energietechnik lag der Umsatz mit 9,1 Mrd. Euro ebenfalls kaum verändert im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum. Der Bereich der elektronischen Bauelemente konnte seine Erlöse in den ersten neun Monaten 2014 dagegen um 11,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 14,4 Mrd. Euro steigern. Auch die Fahrzeugelektrik legte um 7,8 Prozent auf 6,4 Mrd. Euro zu. Im Bereich der Schienenfahrzeuge – der allerdings besonders stark von Großaufträgen und deren nachfolgender Abarbeitung beeinflusst ist – gab es sogar ein Umsatzplus von 41,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 5,2 Mrd. Euro. Bei den Gebrauchsgütern haben sich die Erlöse zwischen Januar und September des vergangenen Jahres moderat um 1,1 Prozent auf 12,7 Mrd. Euro erhöht. Im Bereich der elektromedizinischen Technik wurden mit 6,9 Mrd. Euro dagegen 0,7 Prozent weniger umgesetzt als im Vorjahr.

Exporte: China ist Nummer 1

Mit 79,7 Mrd. Euro wurden von Januar bis September 2014 immer noch knapp zwei Drittel aller Branchenausfuhren in Europa abgesetzt. Sie lagen dabei 3,6 Prozent höher als vor einem Jahr. Überdurchschnittlich hohe Zuwächse gab es hier im Exportgeschäft mit Großbritannien (plus 8,9 Prozent auf 6,4 Mrd. Euro) und mit der Region Osteuropa (plus 5,4 Prozent auf 20,0 Mrd. Euro). Die Elektroausfuhren in den Euroraum beliefen sich in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres auf 37,2 Mrd. Euro. Sie haben damit knapp die Hälfte der Branchenexporte nach Europa bzw. fast ein Drittel der gesamten Ausfuhren ausgemacht. Ihren entsprechenden Vorjahresstand haben sie um 3,7 Prozent übertroffen. Die meisten Exporte gingen von Januar bis September 2014 nach China. Das Reich der Mitte nahm mit 11,0 Mrd. Euro um 15,0 Prozent höhere Elektroausfuhren aus Deutschland auf als imgleichen Vorjahreszeitraum und hat damit die USA – dorthin nahmen die Ausfuhren um 2,3 Prozent auf 10,0 Mrd. Euro zu – als bislang größten Abnehmer abgelöst. Auch die Exporte nach Asien insgesamt haben mit einem Zuwachs um 7,8 Prozent auf 26,3 Mrd. Euro weit überdurchschnittlich zugelegt. Die Ausfuhren nach Südostasien stiegen sogar um 9,3 Prozent auf 21,3 Mrd. Euro. Die Elektroexporte nach Japan gingen hier allerdings um 4,7 Prozent auf 2,0 Mrd. Euro zurück.

Die Branchenausfuhren nach Lateinamerika verfehlten ihren Vorjahreswert zwischen Januar und September 2014 mit 3,2 Mrd. Euro um 4,2 Prozent. Im Exportgeschäft mit der gesamten Gruppe der Schwellenländer gab es ein Plus von 3,9 Prozent auf 42,3 Mrd. Euro. Es war – anders als in den zurückliegenden Jahren – kaum höher als der Anstieg der Ausfuhren in die Industrieländer, die um 3,6 Prozent auf 79,7 Mrd. Euro zulegten. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist, dass die Elektroexporte in die übrigen BRICS-Länder neben China allesamt rückläufig waren (Brasilien: minus 8,7 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro, Russland: minus 21,3 Prozent auf 3,2 Mrd. Euro, Indien: minus 1,4% auf 1,3 Mrd. Euro, Südafrika: minus 18,7 Prozent auf 878 Mio. Euro).

In einer im November des vergangenen Jahres veröffentlichten Gemeinschaftsstudie haben die Helaba (Landesbank Hessen-Thüringen) und der ZVEI herausgestellt, dass Freihandel eine wesentliche Triebfeder für das Wachstum der deutschen Elektroindustrie ist. Die bisherigen Freihandels- und Assoziierungsabkommen der Europäischen Union (EU) haben die Branchenausfuhren in die jeweiligen Partnerländer regelmäßig spürbar befördert. Entsprechend sollten die Bemühungen um den Abschluss weiterer Handelsabkommen der EU – aktuell eben mit Kanada (Ceta) und den USA (TTIP) – konsequent weiter vorangetrieben werden. Auch sie dürften den deutschen Elektroexporten einen zusätzlichen Schub geben und damit neue Wachstumsmöglichkeiten eröffnen.

Die Branchenausfuhren nach Lateinamerika verfehlten ihren Vorjahreswert zwischen Januar und September 2014 mit 3,2 Mrd. Euro um 4,2 Prozent. Im Exportgeschäft mit der gesamten Gruppe der Schwellenländer gab es ein Plus von 3,9 Prozent auf 42,3 Mrd. Euro. Es war – anders als in den zurückliegenden Jahren – kaum höher als der Anstieg der Ausfuhren in die Industrieländer, die um 3,6 Prozent auf 79,7 Mrd. Euro zulegten. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist, dass die Elektroexporte in die übrigen BRICS-Länder neben China allesamt rückläufig waren (Brasilien: minus 8,7 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro, Russland: minus 21,3 Prozent auf 3,2 Mrd. Euro, Indien: minus 1,4% auf 1,3 Mrd. Euro, Südafrika: minus 18,7 Prozent auf 878 Mio. Euro).

In einer im November des vergangenen Jahres veröffentlichten Gemeinschaftsstudie haben die Helaba (Landesbank Hessen-Thüringen) und der ZVEI herausgestellt, dass Freihandel eine wesentliche Triebfeder für das Wachstum der deutschen Elektroindustrie ist. Die bisherigen Freihandels- und Assoziierungsabkommen der Europäischen Union (EU) haben die Branchenausfuhren in die jeweiligen Partnerländer regelmäßig spürbar befördert. Entsprechend sollten die Bemühungen um den Abschluss weiterer Handelsabkommen der EU – aktuell eben mit Kanada (Ceta) und den USA (TTIP) – konsequent weiter vorangetrieben werden. Auch sie dürften den deutschen Elektroexporten einen zusätzlichen Schub geben und damit neue Wachstumsmöglichkeiten eröffnen.