Trump zum Trotz? Hannover Messe setzt auf Mexiko

Mexiko ist das Partnerland der Hannover Messe für 2018. Während Trump gegen die mittelamerikanischen Nachbarn poltert, ist Europas Industrie sehr an guten Wirtschaftsbeziehungen mit Mexiko interessiert.

Für Mexiko stehen die weitere Stärkung der Industrieproduktion, Energie- und Umwelttechnologien, Berufsausbildung, Startups und Auslandsinvestitionen ganz oben auf der Agenda für 2018. Zum ersten Mal ist ein lateinamerikanisches Land Partnerland der Hannover Messe. Dass die Wahl gerade in diesem Jahr auf Mexiko fiel, ist in mehrfacher Hinsicht ein gelungener wirtschaftspolitischer Schachzug. Während US-Präsident Trump das Land am liebsten wirtschaftlich isolieren würde, es es für Europas Industrie ein wichtiger Fertigungsstandort.

In Anwesenheit des mexikanischen Wirtschaftsministers Ildefonso Guajardo Villarreal und Dr. Jochen Köckler, Mitglied des Vorstands der Deutschen Messe AG, gaben Marc Siemering, Geschäftsbereichsleiter der Deutschen Messe AG, und  Paulo Carreño, CEO von ProMéxico, mit der Unterzeichnung des Vertrags den offiziellen Startschuss für das Partnerland 2018. ProMéxico ist als Agentur der mexikanischen Bundesregierung für die Förderung der internationalen Wirtschaftsbeziehungen zuständig.

 „Die ganze Welt der Industrie wird in einem Jahr auf Mexiko schauen“, sagte Köckler. „Wir sind überzeugt, dass alle Seiten von dieser Partnerschaft profitieren und besonders die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Mexiko und Europa weiter ausgebaut werden.“

Aktuell finden fast 80 Prozent des mexikanischen Außenhandels im nordamerikanischen Wirtschaftsraum statt. Gleichzeitig verfolgt Mexiko das Ziel, das Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union zur Ausweitung des transatlantischen Handels und gegenseitiger Investitionen zu aktualisieren. Als Partnerland hat Mexiko nun die herausragende Gelegenheit, sich der globalen Industrie mit neuen Technologiethemen, Investitionsmöglichkeiten, innovativen Wachstumsstrategien und Forschungsprojekten zu präsentieren.

 Unter anderem für deutsche Unternehmen ist Mexiko in den vergangenen Jahren ein immer wichtigerer Markt und Standort geworden. Mit dem Bau neuer Fabriken strömen zahlreiche Zulieferer ins Land. Gleichzeitig bietet die Öffnung des Energiesektors interessante Geschäftschancen. Mexiko ist darüber hinaus mit Abstand das größte Zielland deutscher Ausfuhren in Lateinamerika.

Mit 120 Millionen Menschen ist Mexiko das einwohnerreichste spanischsprachige Land. Im Vergleich der Volkswirtschaften steht der OECD-Mitgliedsstaat Mexiko an Position 15 und wird als fortgeschrittenes Schwellenland sowie als Industrienation bezeichnet. Mexiko rangiert unter den Exportnationen der Welt auf Platz 13 sowie beim Import an 12. Stelle. Stark präsentiert sich das nordamerikanische Land im Ölexport sowie in der Automobilproduktion. Im Automobilsektor ist Mexiko der viertgrößte Exporteur.

Mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 1 043 Milliarden US-Dollar im Jahr 2016 steht Mexiko auf Platz zwei in Lateinamerika und erreichte damit einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das mexikanische BIP setzt sich vor allem aus den Bereichen Dienstleistungen, Industrie und Handel zusammen und betrug 2016 pro Kopf etwa  8 623 US-Dollar.