Sanmina in Deutschland Globales Backbone und »Local for Local«

In Gunzenhausen liegt der Sanmina-Standort in Deutschland
In Gunzenhausen liegt der Sanmina-Standort in Deutschland.

Weltweit gehört Sanmina mit 75 Produktionen in 25 Ländern längst zu den Top Ten der EMS-Industrie. Unter der Leitung von Dietmar Guenther als Vice President für EMEA will das US-amerikanische Unternehmen konzertiert nun auch seine Marktanteile in Deutschland und Europa weiter ausbauen.

Im Unterschied zu früher hat Sanmina nicht nur den Namenszusatz »SCI« abgelegt, sondern ist in Europa nun insgesamt auch breiter aufgestellt: »Wir haben die Strategie aufgegeben, bestimmte EMS-Werke exklusiv nur für bestimmte Marktsegmente auszurichten, weil wir der Ansicht sind, es macht keinen Sinn in bestimmten Ländern bestimmte Marktsegmente vorzuhalten, weil dann potenzielles Geschäft verloren ginge. Denn die Kompetenz in einem EMS-Werk ist ja nicht nur auf ein Marktsegment ausgerichtet«, berichtet Dietmar Guenther. Die neue Strategie hat die einjährige Pilotphase bereits erfolgreich bestanden, und das Set-Up, wie Guenther es nennt, hat sich bewährt. 

Nach wie vor beibehalten hat der Konzern seine hohe Wertschöpfungstiefe: »Zum einen agiert Sanmina als diversifizierter Dienstleister mit EMS und Kabelkonfektionierung bis hin zur eigenen PCB- und Mechanik-Fertigung. Zum anderen ist das Unternehmen auch als OEM am Markt aktiv und fertigt Memory-Module unter dem Branding „Viking“ und „Data Stor-age“ sowie Server unter „Newises“. Entwickelt werden außerdem SSD-Karten, Speicher und Server, die direkt vermarktet werden. Die Abspaltung des Namenszusatzes „SCI“ habe nach Auskunft von Guenther keine weiteren Hintergründe, man wolle lediglich die Versalien in der ursprünglichen Bedeutung Spacecraft Industries wieder für das Defense-Geschäft in den USA nutzen. Insgesamt setzt die Sanmina Corp. stark auf Diversifizierung – zum Beispiel durch Akquisitionen von Expertise: So hat der Konzern jüngst in den USA eine Firma hinzugekauft, die sich als Zulieferer für Erd-Bohr-equipment im Oil&Gas-Sektor positioniert hat und Hy-Precision-Mechanik und Elektronik für derartige Maschinen fertigt. Dabei handelt es sich hauptsächlich um THT-Bauteile, die speziell verlötet werden und extrem hohe Temperaturen aushalten müssen.  

Auch in Europa hat Sanmina durch eine Akquisition einer Motorala-Produktionsstätte im tschechischen Brno weiteres Know-how und Produktionsfläche hinzugekauft: Etwa 450 Mitarbeiter sind dort beschäftigt:  Das Hauptgeschäft des Werks ist der After Sales bzw. Repair Service von  Laserscannern mit unterschiedlichen Reaktionsgeschwindigkeiten für unterschiedliche Märkte. »In diesem Zusammenhang haben wir auch mehrere kleine Logistik-Facilities übernommen, die damals für Motorola tätig waren.« Das Werk habe noch Aufnahmekapazitäten, so Guenther, insofern sind weitere Kunden in diesem Umfeld willkommen.