Kommentar „Gefühltes Unbehagen“

Unser Forum "Elektronikfertigung" vergangene Woche machte es deutlich: Wären da nicht die höchst unangenehmen Erinnerungen an den September 2008 und den kurz darauf folgenden desaströsen Absturz der Fertigungsindustrie, würde sich niemand ernsthaft Sorgen machen um die Entwicklung der SMT-Industrie im kommenden Jahr.

Berge und Täler im Auftragseingang sind für die SMT-Maschinenhersteller und auch für die EMS-Firmen Alltag – und das nicht erst seit der letzten Weltwirtschaftskrise 2008/2009. Ein zu erwartendes Plus von fünf bis sieben Prozent im kommenden Jahr – auf die gesamte deutsche Elektronikindustrie bezogen – wird zwar nicht mehr für Rekordergebnisse sorgen, ist aber  auch überhaupt kein Anlass, eine Krise herbeizureden. Es ist wohl eher die gefühlte und nicht die reale Situation, die derzeit unterschwelliges Unbehagen bereitet, Unsicherheit schürt und dafür sorgt, dass die eine oder andere Investition erst einmal aufgeschoben wird.

In Anlehnung an den Humoristen Vicco von Bülow alias Loriot bleibt mir an dieser Stelle also nur die Frage: „Vielleicht stimmt mit unserem Gefühl etwas nicht?“